yE934 .H415 Heer, Oswald Fossile Flora der Bären Insel. \ 1 / ISKAPS FOSSILE FLORA DER BÄREN INSEL. VON OSWALD HEER. ENTHALTEND DIE BESCHREIBUNG DES VON DEN HERRN A L N'ORDENSKIÖLD UND A. [. MALMGREN TM SOMMER 1868 DORT GEFUNDENEN PFLANZEN. MfcW YORK «II 15 TAFELN 6AW \> DIE KONIGL. SCHWEDISCHE A.CADEMIE DER HISS. EINGEREICHT D 3 SEPT. 1871 STOCKHOLM, 1871. P. A. NOBSTKDT ic S Ö N I I MH15 I. ALLGEMEINE BEMERKUNGEN. 1. Geschichtliches 2. Vorkommen der Pflanzen. •'!. Lagerungsverhältuisse. 1. Entstehung der Steinkohlen- iind Pflanzenlager der Bären Insel. Sind eine Süsswasserbildung. :">. Verbreitung der Bären Insel Pflanzen. ii. Die Ablagerungen, in denen sie vorkommen, gehören ins Unter-Carbon und bilden in diesem eine besonden Stuffe. 7. Charakteristik dir Flora dieser Stuffe. Pflanzen von Kiltorkan und der Kohlenschiefer Irland,--. Marine Fauna dieser Schiefer und ihr Verhältniss zu derjenigen des Bergkalkes und des Devon. Die gelben Sandsteine Irlands gehören zum Carbon. Grenze zwischen Carbon und Devon. Die Flora der Grauwacke dei Vogesen und des südlichen Schwarzwald. Verneulii Schiefer Aachens. St. John in Canada. Die Parry [nseln Verzeichniss der Pflanzen der Ursa-Stuffe. 8. Die Flora de- Bergkalkes. 9 Flora des Culm. in. Rückblick. U eber die geologische Struktur der kleinen, unter 74" 30' n. Br. liegenden Häfen Insel hat Keilhau die ersten Nachrichten gegeben. Er fand dort einen Kalkstein, der eine grosse Zahl von Mollusken einschliesst. Die von ihm nach Christ iania gebrachten Stücke hat Leopold von Buch bestimmt und folgende Arten*) erkannt: Productus giganteus, Pr. punetatus, Pr. plicatilis, Spirifer Keilhavii. Sp. striatus, Calamopora polymorpha und Fe- nestella antiqua. Er hat aus ihrem Vorkommen geschlossen, dass diese Formation dem Bergkalk angehören müsse. Zu derselhen wurden auch die Steinkohlen- und Sandstein- lager gerechnet, welche dort gefunden wurden. Da aber später die Kohlen des nahe ge- legenen Spitzbergen sich als Miocen herausstellten und der sie begleitende Sandstein dem Acv Bären Insel gleicht, hatten Nordenskiöld und ich vermuthet, dass die Kohlen- und Sandsteinfonnation dieser Insel ebenfalls miocen sei**). Eine genaue Untersuchung dieser Verhältnisse war daher in hohem Grade wünschenswerth. Diese brachte uns die schwe- dische Expedition vom Sommer 186K Es hat Herr Prof. Nordenskiöld die Laeerunsrs- Verhältnisse dieser Sandsteinformation ermittelt und mit Ilrn Prof. Malmgren etwa 360 Stück fossiler Pflanzen dort gesammelt, welche über die geologische Stellung des Steile kohlenlajjers die gewünschte Auskunft «eben. Es treten diese Pflanzen in verschiedenen Medien auf: 1. Wir linden sie erstens in der Kohle selbst. Die schwarze Kohle mit glänzendem Bruch zeigt hier und da dünne, sie horizontal durchsetzende Bänder. Wenn wir sie dort zerspalten, bemerken wir öfter, dass sie aus breitgedrückten Stammresten bestehen, web verkohlt und schlecht erhalten sind, doch lassen sich die Stämme der Knorrien, Calamiten ') Vergl. Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Heidin von -I. L846, S 65 Nach ei Mittheüung des Herrn Prof. Kjerulf befinden sich von der Haien Insel im Museum von Christiania: Spirifer Keilhavii, Sp. striatus, Sp. punetatus, Sp. bisulcatus. Productus hemisphaericus und Calamopora polymorpha. ") Fossile Flora der Polarländer I. S 32. 4 OSWALD HKER, und Lepidodendren noch erkennen. Es liegen also diese zum Theil mitten in der Kohle drin und sind in Kohle verwandelt. 2. Stellenweise haben sich zwischen den Kohlen mehr oder weniger dicke Schich- ten einer schwarzen, schiefrigen Masse abgelagert, welche wohl ursprünglich aus Letten- bändern gebildet, nun die Kohlen durchsetzen. Aus diesen dünnen, aus einer Art Thon- schiefer gebildeten, Zwischenlagern kommen die meisten von mir beschriebenen Pflanzen. 3. Unter dem Kohlenlager liegt ein grauschwarzer Thonschiefer, der in dünne Platten gespalten werden kann. Dieser Schiefer ist erfüllt von den grossen Rhizoinen des Calamites radiatus, mit ihren Aesten und Würzelzasern. Hier und da sind ganze Nester von Würzelzasern der Lepidodendren und Blattreste von Cardiopteris. Es hat sich diess Gestein wohl aus dem weichen Schlamm gebildet, der aus dem ruhigen Gewässer sich niederschlug und die Rhizome der Calauiiten mögen in diesem Schlamme sich in ähnlicher Weise ausgebreitet haben, wie diess bei den Wurzelstöcken der lebenden Equi- seten der Fall ist, welche oft viele Fuss tief in den Boden eindringen und denselben nach allen Richtungen durchziehen. Es ist dieser von Pflanzenresten erfüllte Thonschiefer Stel- lenweise ziemlich grobkörnig; daneben kommt aber noch ein sehr feinkörniger, schwarzer Schiefer vor, der in ganz dünne Blätter gespalten werden kann und sich zu Conservirung zarter Pflanzen vorzüglich eignen würde. Leider ist dieser aber fast ganz leer; ich fand nur einige wenige Reste von Wurzelaesten des Calamites radiatus in demselben. 4. Ein grobkörniger harter Sandstein von bald weisser, bald aber weissgrauer Farbe mit vielen Quarzkörnern. Er enthält Stammreste des Calamites radiatus, die Stigmaria ficoides und Lepidodendron Veltheimianum. 5. Ein eisenschüssiger, daher aussen röthlich-brauner, auswendig aber grau-braun- licher Thon von sehr feinem Korn, der nach Nordenskiöld Knollen im Thonschiefer bildet. Er enthält nur wenige Pflanzen. (Sphenopteris Schimperi, Lepidophyllum Kömeri und < lyclostigma Kiltorkense.) Leber die Lagerungsverhältnisse dieser Pflanzenführenden Gesteine, wie über die Verbreitung des Bergkalkes über die Bären Insel und Spitzbergen giebt uns die Abhand- lung des Herrn Prof. Nordenskiöld. welche er dieser Arbeit beizufügen die Güte hatte, sehr willkommenen Aufschluss. Sie zeigt uns folgende Reihenfolge: -IS w ■7? Kieselschiefer-Biinke. Produkten-Kalk. Mit grossen, dickschaligen Produktus-Arten. Spiriferen-Kalk mit Gyps. Viele Spirifer zum Theil von kolossaler Grösse. Cyathophvlluin-fuhrender Kalk und Dolomit. Sandstein mit eingelagerten Kohlen und Thonschiefer. Enthält die Pflanzen. Russen- Intel- K. ") Nova acta acad. Leop. Carol. 1860, Taf. 41 Fig. 4. 8 OSWALD HEEK, Unter-Carbon nachgewiesen und zwar 12 in der untersten Stufte, 1U im Bergkalk und $ im Cuhn. Es kann daher nicht zweifelhaft sein, es gehört die Bären Insel-Flora ins L n- ter-Carbon. Es ist aber von grossem Interresse sie noch mit den einzelnen Fundorten anderer Lander zu vergleichen, woraus sicli uns ergeben wird, dass sie, ganz entsprechend den Lagerungsverhältnissen der sie unischliessenden Gesteine, die grösste Aelmlichkeit mit der Flora der unmittelbar unter dem Bergkalk liegenden Sandsteine und Schiefer hat und dass diese Flora eine besondere Stufte des Unter-Carbon bildet, welche den Uebergang zum Ober-Devon vermittelt. Wir nennen sie die Bären Insel-Stuffe (Ursa-Stufte) und wol- len zunächst die Flora derselben zusammenstellen. I. URSA-STUFFE. I. FLORA von KILTORKAN. Die Flora der Laren Insel schliesst sich am nächsten an diejenige der gelben Sand- steine und der Kohlenschiefer von Südwest-Irland und an die der (irauwaeke der Vo- gesen an. Die Hauptfundstätte der irländischen Pflanzen ist bei Kiltorkan, nahe bei Ballyhale. in der Pfarrei Knocktopher. Die Pflanzen liegen hier in einem hellgelben, sehr feinkörni- gen Sandstein, so dass er wie ein hellgelber Thon aussieht. Sie sind sehr gut erhalten und heben sich zum Theil durch ihre schwarze Farbe sehr schön von dem hellen Gestein ab. Dieser Sandstein ruht unmittelbar auf dein Old Red, der keine Versteinerungen ent- hält. Auf den Sandstein folgen nach Oben: a) ein dunkelfarbiger Schiefer, der als Kohlenschiefer (Carboniferous Slate) bezeich- net wird und b) der Bergkalk*); auf welchen, zwar nicht in Kiltorkan, aber in andern Theilen Süd-Irlands, eine Kohlenbildung folgt, welche Jukes zum Mittel-Carbon (coal measures) brachte, die indessen viel eher zum Cuhn gehört, da sie viele Posidonomya Becheri enthält. Der Kohlenschiefer hat bei Kiltorkan eine geringe Mächtigkeit (etwa 150 Fuss). nimmt aber gegen West hin zu und enthält in den untern Lagern Zwischenlager von Gries, welchen dukes als Coomhola-Grit bezeichnet hat. In dem Kohlenschiefer und dein Gries kommt eine reiche marine Fauna vor. Es hat Herr Baily, Palaeontolog der geological survey von Irland, dieselbe bearbeitet und ein Verzeichniss veröffentlicht **). Von den genauer bestimmten 47 Arten wurden folgende auch im Bergkalk Irlands gefunden: ') Von dun marinen Thieren, welche Baily aus demselben anführt, hebe hervor: Spirifer striatus, Sp. bisnlcatus, Productus gigahteus, Pr. punctatus, Pr. plicatilis, Penestella antiqua, die auch im Bergkalk der I >;i reu [nsel aachgi « iesen sind. ") Meinoires of (In- Geolog. Survej of [reland 1864, p. 15 und folgende. Auch Salter hat sieh mit dieser Fauna beschäftigt. Kr führt aus dem Kohlenschiefer dir Fenestella plebeja, Spirifer cuspidatus, Sp. dis- junctus ?, Orthis Michelini, Streptorhynchus crenistria, Athyris squamosa, Rhynchonella pleurodon und Madiola Macadami an; aus dem Coomhola-Grit Rhynchonella pleurodon, Spirifer disjunetus (Sp. Verneuilii Murch.) und Avicula 1) noniensis. Er zog aus diesen Vorkommnissen den Schluss, dass dieser Kohlenschiefer in der obern Abtheilung die gewöhnlichen Carbon-Arten enthalte. Vgl. Quarterlj Journ. of the Geol Soc. of London 1863, p. 4s7. FOSSI i.i. I l."i; A DE fi BÄ i:KN [NSl 1.. '.» Fenestrella antiqua. Athyris ambigua, A. lamellosa, A. planosulcata. Chonetes Har- drensis. Productus scabriculus, IV. semireticulatus. Spirifer cuspidatus, Sp. lineatus, Sp. striatus, Sp. pinguis. Spiriferina cristata. Rhynchonella pleurodon. Streptorhynchus cre- nistria. Terebratula liastata, Aviculopecten papyraceus, A. spec. Orthoceras cinctum, 0. spec Euomplialus spec. Macrocheilus spec. Zu diesen 21 mit dem Bergkalk Irlands gemeinsamen Arten kommen weitere 9 Ar- ten, die anderwärts im Bergkalk oder Carbon beobachtet wurden, nemlich: Cyathophyllum celticum Lond. sp., Discina nitida, Lingula squamiformis, Orthis Michelini, Modiola Macu- daini, Sanguinolites transversus, Acroculia striata, Orthoceras undulatum, Aetinoerinus-po- l\dact\ lus. Wir erhalten somit für den KohlenschieFer 30, die uls Carbon-Arten bekannt sind: während nur 11 Arten anderwärts nur im Devon gefunden wurden. Es sind diese: Pleurodictyum problematicura Goldf.? Spirifer disjunetus. Avicula Dainnoniensis. Aviculopecten nexilis. Cucullaea amygdalina, ('. Hardingii. Curtonotus elegans. Cypri- cardia Phillipsi. Bellerophon bisulcatus, B. striatus, B. subglobatus. Fünf weitere Arten, die Baily noch aufführt, scheinen dein Kohlenschiefer eigen- thümlich zu sein. Von Pflanzen habe ich /on Herrn Daily aus dem KohlenschieFer der Tallowbridge bei Waterford erhalten: Calaraites radiatus, Lepidodendron Veltheimianum *) und Knorria acicularis, zu welchen Arten noch das Cyclostigma minutum gefügt werden kann. Es sind diess alles Arten, die wir auch auf der Bären Insel haben, und da auch von den ma- rinen Thieren des Kohlenschiefers etwa jj mit solchen des Kohlenkalkes übereinstimmen, kann er nicht zum Devon gehören, sondern muss in die untere Abtheilung des Carbon gebracht werden. Noch weiter geht freilich Jukes, welcher zu zeigen suchte, dass er nur eine Facies des Uergkalkes sei. Er schliesst diess namentlich aus dein Umstand, dass der Bergkalk an Mächtigkeit abnehme, wo der Kohlenschiefer mächtiger wird und somit an seine Stelle trete**). Wo der Bergkalk 2000 und mehr Fuss mächtig sei, da habe der Kohlenschiefer selten mehr als 200 F. Mächtigkeit, wo aber dieser zu 3, 4 und 5 tausend Fuss anschwelle, da liejre niemals Bergkalk auf demselben, sondern nur hier und da Koh- len-Nester, die zum eigentlichen Carbon zu gehören scheinen. Indessen muss immerhin der Kohlenschiefer an allen Stellen, wo er unter dem Bergkalk liegt, etwas älter sein als dieser und darf von demselben unterschieden werden, da er manche devonische Arten ent- hält, welche nicht bis in den Bergkalk hinaufreichen. Unmittelbar unter diesem Kohlenschiefer liegt in Kiltorkan der gelbe Sandstein. Er ist wenig mächtig und besteht aus vier Lagern, die zum Theil in Platten sich spalten ') Es ist ein junger Zweig mit kleinen elliptischen Blattnarben und reicht zur sichern Bestimmung nicht aus. Nach Herrn Baily kommt aber das Lepidodendron Veltheimianum bei der Tallowbridge häufig vor und wurden Stammstücke von 6 Fuss Länge gefunden (Geolog. Survej 1864, p. 22). Audi erwähnt Schimper von da einen Zapfen, der wahrscheinlich zu dieser Art gehöre, und einen dazu stimmenden, beblätterten Zweig (Pa- leontol. Veget. II. p. lit). Prof. Haughton l'nlnt von der Tallowbridge Stigmaria, Cyclostigma minutum und Lepidodendron Sternbergi an. Ich vefmuthe aber, da^s letzteres zu I.. Veltheimianum gehöre, welches von I.. Sternbergi schwer und in schlecht erhaltenen Exemplaren kaum zu unterscheiden ist. ") Mein, of thi' geolog. survcv of Ircland 1864, p. 36 und Quart, .lourn. of the Geolog. Soc. ol' Lon- don 1866, p. 345. K. Vct. Akad. Handl. B. 9. N:o ;.. •> 10 OSWALD HEER, lassen. Es sind bis jetzt von dieser Stelle folgende Pflanzen-Arten uns bekannt ge- worden *): 1. Calamites radiatus Brgn. Die grossen Stammstücke gehören theils zur gewöhn- lichen Form mit schmalen Furchen, theils aber zum C. laticostatus Ett. Auch die Form mit erweiterten Furchen kommt vor. 2. Cyclostigma Kittorkense Haught. Es ist diess eine der häufigsten Arten, von web eher zahlreiche und grosse Stammstücke mir zukamen. Die äussere Kinde ist von zahl- reichen, dicht stehenden Runzeln durchzogen; die innere Rinde dagegen ist glatt (C. Grif- tithi Hght). 3. Cyclostigma minutum Haught. Ist ebenfalls häutig. 4. Lepidostrobus Bailyanus Schimp. Ist wohl der Fruchtzapfen von Cyclostigma. 5. Lepidodendron Veltheimianum Sternb. Ich erhielt einen jungen Zweig. 6. Stigmaria ficoides Sternb., die Form mit den grossen, ziemlich dicht beisammen stehenden Narben; daneben die breiten, grossen Zasern. 7. Palaeopteris hibernica Forb. sp. Ist häufig und tritt in prachtvollen Wedeln auf, die bis 2 Fuss Breite haben, Baily hat einen Wedel von vier Fuss Länge aufge- funden. 8. Sphenopteris Rookeri Baily. Diese Art kenne nur aus der von Baily *) gegebe- nen Abbildung. Sie ist mit Sph. Sehimperi nahe verwandt und gehört in dieselbe Gruppe dei - grossen Gattung. 9. Sphenopteris Humphriesiana Baily. In demselben gelben Sandstein von Kiltorkau wurden auch Thierversteinerungen ge- funden, nemlich eine grosse Teichmuschel (Anodonta Jukesii Forb.) und mehrere Kruster, nemlich Ptervgotus hibernicus, Belirmrus? Kiltorkensis und Proricaris Mac Henrici, von welchen die zwei ersten carbi mischen, der Proricaris aber silurischen Formen am ähnlich- sten sind. Dazu kommen Schuppen von Fischen, von denen die Gattung (Joccosteus er- kannt wurde***); aber auch die Gattungen Asterolepis, Bothriolepis und Pterichthys sind, nach Baily, wahrscheinlich repraesentirt, Gattungen die im Old Red Schottlands zu Hause sind. Diese gelben Sundsteine sind wahrscheinlich eine Siisswasserbildung, wofür schon die grossen, dünnschaligen Anodonten sprechen; ihr Vorkommen und Verbreitung ist da- her mehr local als das der Kohlenschiefer, der mancherorts unmittelbar auf dem Old Red ') Ich verdanke den Herrn W. H. Baily in Dublin und meinem Freunde II. Bobert Scott, Direktor der meteorological ol'liee in London, die Znsendung einer sehr werthvollen Sammlung von Kiltorkan-Pflanzen, auf welche ich obige Zusammenstellung gründen konnte. "') Vgl. Explanations to accompanj Sheets 147 and 157 of the maps of the Geolog. Survey of Ireland Dublin 1S61, p. 15. Die Sphenopteris Sp. (Baily: memoires of the Geolog. Survey of Ireland 1864, p. 19, F. 1) ist wohl kaum davon verschieden. Die als Pilicites lineatus abgebildeten lteste ). c. (p. 20, Fig. 2) sind ohne Zweifel die Blattspindeln von Farn und gehören wohl zu Sphenopteris. Ethg'eridge fuhrt in seinem Yerzeich- uiss (Quart. Journ. 18t',7. p. (Uli) den Trichomanites adnascens Lind. sp. aus dem Ober-Devon auf. Es ist hier wohl auch der gelbe Sandstein Irlands gemeint. Doch wäre zu wünschen gewesen, dass er die Quelle. worauf er diese Angab.' stützt, genannt hätte. Es ist dieser Farn bis jetzt nur aus dem Mittel-Garbon von Whitdiaveii bekannt (cf. Lind. Kos-. Flora II, t. 100). Der Filicites eultranensis Haught. (Journ. geol. soc. Dublin VI, 237) ist nur ein hetzen einer Farnspindel, der nicht berücksichtigt werden kann. '") Vgl. Geol. Surv. of Ireland, Dublin 1861, p. 17. FOSSILE FLOKA DER BÄREK IXsKL. 11 aufruht. Diess ist auch bei der Tallowbridge der Fall. 1",- is1 daher zweifelhaft ob die Schiefer, welche dorl die Pflanzen einschliessen, gleich alt oder aber etwas jünger seien als die gelben Sandsteine in Kiltorkan. Sind sie gleich alt so wäre zur Zeit als bei Kil- torkan der gelbe Sandstein in einem Süsswassersee sich ablagerte, in <\rr Gegend von Waterford eine Strandbildung gewesen, in welcher Sandstein und Schiefer abgesetzt wur- den, die neben Landpflanzen auch Meerthiere einschliessen (so die Ävicula Damnoniensis) Die Pflanzen stimmen in drei wichtigen Arten mit denen von Kiltorkan überein, welche die nahe Verwandschaft dieser Floren beurkunden. Füeren wir die Knorria acicularis der Tallowbridge den Pflanzen von Kiltorkan hinzu. erhalten wir 10 Arten von denen (mit Ausschluss der Stigmaria) fünf mir. solchen der Bären Insel übereinstimmen. Die Palaeopteris hibernica ist in Schottland auch im Berg- kalk gefunden wurden, dagegen ist sie allerdings auf der Urnen Insel noch nicht nach zuweisen, wohl aber die ihr nahe verwandte P. Roemeriana. Der Calamit, das Lepido- dendron und die Knorria repräsentiren wichtige gemeinsame Arten und die beiden Cyclostigmen, welche in Süd-Irland eine grosse Rolle spielen, tauchen auch auf der fernen Bären Insel auf. Die völlige Uebereinstimmung von Arten, die durch ihr häufiges Vor- kommen als wahre Leitpflanzen zu betrachten sind, in zwei so weit auseinander liegen- den Ablagerungen lässt kaum zweifeln, dass diese Floren derselben Zeitepoche angehören. Damit ist das geologische Alter der gelben Sandsteine von Südwest-Irland bestimmt. Wir haben früher "'eschen, dass die Hären Insel-Flora, so nahe verwandt ist mit derjeni- Sfen des Bergkalk und des Culm, dass wir sie mit dieser und nicht mit dem Devon zu verbinden haben. Die Grenzlinie zwischen dem Devon*) und Carbon fällt daher unter den gelben Sandstein. Diess stimmt mit der Ansicht, welche Sir R. J. Griffith, Prof. 'i |);i dir "devonische Gruppe" von Devonshire nach ihrem geologischen Uter und ihrem Verhältnis* zum Old Red sehr bestritten ist, i-t der darauf gegründete Name des Devon für alle Ablagerungen zwischen dem Silur und Carbon vielfach angegriffen wurden. Da er aber allgemein angenommen ist. habe ihn beibehal- ten. Jukes suchte zu zeigen, dass das sogenannte Devon von Devonshire eine gleichzeitige Bildung mit dem Kohleuschiefer und Bergkalk sei und mit dem Olli Red nicht parallelisivl werden könne (vgl. Notes im Parts of South Devon and Cornwal] with remarks on the true relations ort the Old Red sandstone to the Devonian formation Dublin 1868. Vgl. auch Pengelly: the present positiou of opiuion respectiug the Geology of Devon- shire 1867). Wäre diese Ansicht richtig, würde Devonshire "das Devonian" fehlen, weil es ins I nter-Carbon fallen wurde, und der Name Devonian wäre allei'dings schlecht gewählt. Die gründliche Arbeit von Prof. Eth r. (On the Physical strueture of Westsomersef and North Devon and on the Palaeontological value of the Devonian Fossils. Quart. Journ. L867, p. 568 u. f.) hat aber gezeigt, dass die als Devon bezeichneten Abla- gerungen von Nord- und Süd-Devonshire eine Fauna einschliessen, die einestheils von der silurischen ganz ver- schieden sei, wie sie sich anderseits auch vou der carbonischen in der Mehrzahl der Arten unterscheide und so ein abgeschlossenes Zwischenglied zwischen Silur und Carbon bilde Jedoch bleibt die Stellung der obersten Abla- gerungen des Devon von Devonshire immer noch zweifelhaft. Den Kohlenschiefer und Coomholagrit Irlands rechnet er zum Carbon (p. 616), aber auch Barnstaple gehört wohl viel eher hierher als zum Devon, und es ist ■!) eine offene Frage, ob nicht auch Pilton und das Marwoodbed nicht eher in die I rsa-Stuffe des 1 uter- Carbon als zum Devon /» stillen sei. Aus der von Ethgeridge mitgetheilten Tabelle (p. 669) ersehen wir. dass sein Ober-Devon von Nord-Devonshire mit dem Carbon 38 Thierarten theilt, während mit dem Unter- und Mittel-Devon nur 20 Arten. In der grossen Tabelle (p. 616) enthalten die Pilton- und Barnstaple-Gruppe zu- sammengenommen '.is Species, von diesen sind 38 im Mittel- und Unter-Devon Englands, während 42 Species auch im Carbon (Kohlenschiefer und Bergkalk) vorkommen. Es et sehr zu bedauern, dass die in Devonshire vorkommenden Pflanzen an- diesen altem Ablagerungen noch keiner genauen I atersuchung unterworfen wurden. Mideu zu Bestimmung der Grenzlinie zwischen dem Devon und Carbon von Devonshire ein wichtiges Hill, mittel an die Hand geben; stimmen sie mit denen der gelben Sandsteine Irlands überein, hätten wir das Marwoodbed der Ursa-Stuffe einzureihen. 12 OSWALD HEER, Haughton *) und Syrnonds**) vertheidigt haben, während Murchison***), Salter, Lyell und überhaupt die meisten englischen Geologen den gelben Sandstein Irlands zum Ober- Devon stellen und die Grenzlinie zwischen denselben und den Kohlenschiefer oder gar zwischen den Kohlenschiefer und den Bergkalk legen. Da der Old Red Irlands keinerlei Versteinerungen enthält, beruht die Annahme, dass der gelbe Sandstein zum Old Red gehöre, nur auf lithologischen Merkmalen und auf der Angabe dass die Fische von Kiltorkan denen des Old Red von Schottland ähnlich sehen. Diese Fischreste Irlands bestehen aber nur aus einzelnen Schuppen und einigen Zähnen, und so lange keine Arten als mit denen des Old Red von Schottland sicher übereinstimmend nachgewiesen sind, können diese Fisch- reste keineswegs gegen die Stellung sprechen, welche die Pflanzen dem gelben Sandstein von Kiltorkan anweisen. Sie sagen uns nur, dass manche Fischgattungen, die man bis- lang als dem Old Red ausschliesslich angehörend betrachtet hat, bis in die Ursa-Stuffe des Ünter-Carbon hinaufreichen, hier aber wahrscheinlich in andern Arten auftreten, als im Old Red Schottlands. Dasselbe haben wir ja bei den Pflanzen, und von den niedern Thie- retf reichen nicht nur viele Gattungen sondern selbst zahlreiche Arten vom Devon bis in den Bergkalk hinauf. — Abel-, sagt Salter, es sei nicht möglich den gelben Sandstein vom ( >ld Red zu trennen, weil er die obere Parthie dieser Formation selbst sei, die hier ihre Farbe geändert, habe f). Also soll hier die ähnliche Gesteinsbeschaffenheit entscheiden, ein Merkmal auf das in der That kein Werth zu legen, wo so gewichtige palaeontologische Gründe dagegen sprechen. Im Uebrigen ist es wahrscheinlich, dass ein Theil des rothen Sandsteines noch zur Ursa-Stuffe gehört und die Grenzlinie zwischen Carbon und Devon an manchen Orten im Old Red zu suchen ist. Syrnonds giebt die Old Red Conglomerate für Süd-Irland als eine vortreffliche Grenzlinie an und sagt, dass das, was man in Eng- land so nenne, die Basis des Carbon bilden müsse ff). 2. DIB GRAUWACKE DEE VOGESEN UND DES SÜDLICHEN SCHWARZWALDE8. Da die Lageruugsverhältnisse über das Alter der Grauwacke der Vogesen keinen Aufschluss geben, sind die Pflanzen, welche sie einschliessen, allein massgebend. Es kom- men dieselben aus den Steinbrüchen von Thann, Bitschwiller und Bourbach. Die von Herrn Prof. Schiniper vortrefflich beschriebenen und abgebildeten Arten sindfff): Oala- ') Vgl. On the evidence afforded by Fossil Plants, as to the Boundary Line between the Devonian and Carboniferous Rocks, by S. Haughton. Joum. ot' the geolog. soe. of Dublin VI, p. 238. Er führt 14 Lokali- täten Süd-Irlands auf, an denen der gelbe Sandstein vorkommt; an acht derselben giebt er die Cyclostigmen (als Sigillaria dichotoma) an. An mehreren kommen in demselben auch marine Thiere vor, so dass er hier und da eine Strandbildung zu sein scheint. Bei Roughtes Bridge sei die Fenestella antiqua bei dein Cyclostigma, bei Cultra die Madiola Macadami, Kellia gregaria und Holoptychius Portioki. Die Sternbergia approximata, welche er anführt, dürfte wohl zum Calamites radiajtus gehören (vgl. unsere Taf. X Fig. 8). ") On the base of Carbonif. Deposit. Edinburgh new philosophic Journ. New Series 7, p. 222. ■") Murchison Quart. Journ. 185'.», p. 431, 4:57. Lyell Elements of Geology, 6:te Aufl., p. 521. i) Quarterly Journ. 1863, p. 487. ti) Edinburgh new philos. Journ. 7, p. 222. Auch Sir R. I. Griffith zieht die Grenzlinie mitten durch den Old Eted, welcher stellenweise eine ungeheure Mächtigkeit hat. Wie trügerisch die lithologischen Merk- male sind zeigen , die Reptilien einschliessenden Gesteine von Elgin, die man lange Zeil zum Old Red rechnete. während es sich jetzt herausstellt, dass sie viel eher zum Trias gehören. ■WO Vgl. Schiniper et .1. Koechlin-Schlumberger, le terrain de transition des Yosges. Strasbourg 1862. I»as Lepidodendron acuminatum gehört zu L. Veltheimianura. Das Ancistrophyllum stigmariaeforme Goepp. FOSSILE FLORA DER BÄREN INSEL. 1 3 mites radiatus Br., Cardiopfeeris polymorpha, C. frondosa, Triphyllopteris Collombiana Sphenopteris Schimperi, Lepidodendren Veltheimianuin, L. commutatum, Knorria imbricata, Kn. acicularis, Stigmaria ficoides, Dadoxylon vogesiacutn und I». ambiguuni. Von diesen 1- Arten finden sich !» auf der Hären Insel und vier sind uns aus Ir- land bekannt. Wie auf der Büren Insel ist dr\nn in folgende 1 Abtheilungen: 1) Ardeunen-Schiefer (Koblenzer- schichten); '-'i Lenne-Schiefer (Eifelkalk); •'!) Cypridinen-Schiefer (Goniatiten-Schiefer, Fling, Kramenzel mit Cly- menien, Petherwyngruppe) ; 4) Verneulii-Schiefer. 14 OSWALD HEBE, Devon ins Unter-Carbon hinaufreicht und das Farnkraut unter den Pflanzen der Bären Insel uns begegnet, dürfen wir wohl diesen Verneulii-Schiefer Aachens der Ursa-Stuffe einreihen und die Grenzlinie um so mehr unter denselben legen, da er mit dem darunter liegenden Eifelkalk eine discordante Lagerung zeigt. 5. AMEEIKA. In Amerika begegnet uns die Bären Insel-Stuffe in St. John in Neu Braunschweig (Canada). Da Dawson, der gründlichste Kenner der canadischen fossilen Flora, diese wich- tige Lokalität zum Ober-Devon rechnet, habe ich meine Ansicht näher zu begründen. Nach Dawson liegen die Pflanzen in dunkelfarbigem Schiefer und grauem Sandstein, welche eine grosse lithologische Aehnlichkeit mit denen des Carbon haben. Sie bilden seine Little River-Gruppe, welche stellenweise eine Mächtigkeit von 5150 Fuss hat. Sie ist in Neu Braunschweig bedeckt von dunkelrothen und grünlichen Schiefern und Sand- steinen von 1850 Fuss Mächtigkeit, auf welche das Kohlensystem folge. Unter der die Pflanzen enthaltenden Little River-Gruppe liegen röthliche Conglomerate und verschieden- farbige Schiefer und Sandsteine. Sie bilden Dawsons Bloombury-Gruppe von 2500 Fuss Mächtigkeit, welche dem Silur auflagert. Das von Dawson gegebene Verzeichniss der Pflanzen von St. John*) enthält 48 Arten. Von diesen sind 37 Arten nicht anderwärts gefunden worden, neun sind aus dem Carbon und drei aus dem Devon **) bekannt. Die Mehrzahl der mit andern Lokalitäten gemeinsamen Arten kommt also dem Car- bon und nicht dem Devon zu und es ist sehr beachtungswerth, dass zwei dieser Devon- Arten nur in einigen wenigen Blattfetzen gefunden wurden, deren Deutung noch ange- zweifelt werden kann, während unter den Carbon-Arten die Calamiten häutig sind. Die Carbon-Arten von St. John sind: Calamites radiatus Hr., C. cannaeformis Br., Asterophyllites longifolius Br.? Palae- opteris Boekschii Goepp. sp., Sphenopteris Hoenninghausii Br., Hymenophyllites obtusilo- bus Goepp., H. Gersdorfii Goepp., Pecopteris obscura Lesq.? und Sigillaria fieoides Stb. (dieselbe Form wie im Carbon). Lassen wir die zwei Arten, deren Bestimmung noch nicht ganz gesichert ist, bei Seite, erhalten wir sieben Arten, die im Unter-Carbon Europas nachgewiesen sind und un- ter diesen eine eigentliche Leitpflanze des Unter-Carbon, den Calamites radiatus, der in ') Vgl. J. W. Dawson Acadian Geology, zweite Auflage. London 1868, p. 534. ") Es sind diess Cordaites angustifolius Daws., Cyclopteris Jacksoni Daws. und C. obtusa Lesq. Der daites wird auch im Marcel lus-Schiefer von Newyork und in dem Ober-Silur (?) des Cap Gaspe (Dawson 1. c. ]i. 547) angegeben. Dawson hat indessen von St. John nur Blattfetzen ohne Basis und Spitze erhalten. Die Cyclopteris Jacksoni, welche Schimper zu Palaeopteris Halliana Goepp. zieht, wird im Sandstein von Montrose (Newyork) angegeben, wurde in 8t. John nur in kleinen Fetzen gefunden. Die Cyclopteris obtusa Lesq. (Noeg- gerathia) wird von Schimper (Paleoutolog. veget. I, p. 476) zu Palaeopteris bibernica gezogen, doch scheint sie ich durch grössere Fiederchen und ihre stärkere keiltormiu'e WrM-hmälerung am Grund (vgl. Dana's Abbildung im Manuel of Geology, p. 291, Fig. :">o7 A) zu unterscheiden, Stellt aber jedenfalls eine nahe verwandte An dar. Sie wird von Dana in der Katskill-Period angegeben. Von derselben Stelle, aber auch aus dem oberu Thcil der Hamilton-Gruppe und vom Cap Gaspe wird das Lepidodendron Gaspianum Hau. angeführt. Für die St. John-Pflanze is1 aber die Bestimmung nach Dawson (1. c. p. 514) noch sehr zweifelhaft; sie könnte gar wohl zu L. Veltheimianum gehören, welcher Art die jungen Zweige des L. Gaspianum sehr ähnlich sehen. FOSSILE FLOKA DEB BÄREN tNSEL. 1 •'> Sr. John stellenweise ganze Felslager erfüllt, also daselbsl ebenso häufig ist, wie in Irland, Frankreich, Deutschland und auf der Bären Insel. Dazu kommt, dass unter den o7 Arten von St. 'lohn, welche bislang noch nicht an- derwärts gefunden wurden, 12 Arten sind, die solchen des Carbon sehr nahe stehen und zum Theil nur mit Midie davon zu unterscheiden sind. So ist gerade der häufigste Farn der untersten Abtheilung von St. John, die Pecopteris discrepans Daw. sp., kaum von duv P. Ionchitica zu unterscheiden, einer Art, welche sowol in Amerika, wie Europa, hau Im im Carbon auftritt. Ebenso steht der häufige Cordaites Robbii Daws. dem C. borassi- folius Stb. sp. so nahe, dass er nach Dawson leicht für denselben genommen werden kann, und der Asterophyllites parvulus Daws. ist nur durch die grössere Zahl <\ev Blätter im Wirtel von A. delicatulus Stb. sp. (Bechera) zu unterscheiden. Es hat daher in der That die Flora von St. John ganz den Charakter der unter-carbonischen Formation, und es kann sich sogar tragen, ob sie nicht der Culm-Flora näher steht als der Ursa-Flora, da sie mit ihr fünf Arten theilt und die Pecopteriden hier wie im Culra auftreten. Ihr nä- heres Verhältniss zur Devon-Flora macht es indessen wahrscheinlicher, dass sie der Ursa- Stufle angehöre. Als eine devonische Gattung von St. John erscheint das Psilophyton, welches indessen hier in zwei eigenthümlichen Arten auftritt, die uns sauen, dass diese Gattung, welche bislang noch nicht in Europa beobachtet wurde, in Amerika vom Unter- Devon bis in die unterste Stufte des Unter-Carbon hinaufreiche. Die Lagerungsverhältnisse der St. John-Schichten sind nicht gegen die Stellung, welche wir ihnen anweisen. Die 2500 Fuss mächtige, versteinerungslose Blomburg-Gruppe von Dawson, welche zwischen der Pflanzenführenden Little River-Gruppe und dem < >ber- Silur liegt, kann dem Devon entsprechen, wenn solches überhaupt hier vorkommt, und auf die versteinerungslose Mispeck-Gruppe, welche die Little River-Gruppe deckt, folgt in St. John der Drift. Die wenigen Thierversteinerungen, die bis jetzt in St. John entdeckt wurden, geben keinen entscheidenden Aufschluss, sprechen aber eher für das Carbon als Devon. Eine kleine Spirorbis, die häutig an den Blättern des Cordaites haftet, steht dem Sp. carbona- rius, der im Carbon Amerikas, wie Europas, verbreitet ist, sehr nahe, und die zwei kleinen Krebse (Eurypterus pulicaris Salt, und Amphipeltis paradoxus Salt.) gehören zu Gattungen, von denen die erstere im Carbon, Avie Devon vorkommt. Von besonderem Interesse sind die Flügel von vier Insekten-Arten (Platephemera antiqua Scud., Homothetus fossilis Send., Lithentomum Harttii Scud. und Xenoneura antiquoruru Send.), welche nach Scudder zu den Neuropteren gehören und mit den Ephemeriden und Sialiden verwandt sind. Sie sagen uns, dass Süsswasser in der Nähe gewesen sein muss," während die Spirorbis auf eine Bräckwasserbildung weist. 6. DIE t'ARUY INSELN. Die Steinkohlen- und Sandsteinlauer dieser hochnordischen Inseln gehören dem Un- ter-Carbon an*). Da sie unter dem Kohlenkalk liegen, werden sie wahrscheinlich den Sandsteinen der Bären Insel entsprechen und somit zur Ursa-Stuffe gehören. Die dort ') Vgl. meine Fossil Flora der Polarländer I, \>. 19. 16 OSWALD HEER, gesammelten fossilen Pflanzen sind leider grossentheils verloren gegangen und habe nur wenige und undeutliche Reste, welche M'Clintock nach Dublin gebracht hat, zur Untersu- chung erhalten können. Unter denselben ist die Knorria acicularis Gp. von der Melville- Insel, welche wenigstens einen Anknüpfungspunkt an die Flora der Bären Insel bildet. Die Schizopteris Melvillensis gehört zu den Cyclopteris-artigen Farn und ist vielleicht ein Blattfetzen einer Palaeopteris oder Cardiopteris, da sie ähnliche zarte und dicht stehende Längsnerven besitzt. Die unter Noeggerathia beschriebenen und mit Cordaites angusti- folius Daws. verwandten Blattreste scheinen der Melville Insel eigenthümlich zu sein, und auch von den beiden Nadelhölzern (Pinus Bathursti und Thuites Parryanus) ist auf der Bären Insel noch keine Spur gefunden worden. Aus dem arctischen Asien fehlen uns noch alle Nachrichten über das Vorkommen der Steinkohlenbildung. Da indessen an der Lena, nur sechs Breitengrade vom arctischen Kreis entfernt, Kohlenlager mit dem Calamites cannaeformis entdeckt wurden, lässt diess hoffen, dass auch dort eine ähnliche unter-carbonische Flora zum Vorschein kommen werde, wenn ihr die nöthige Sorgfalt zugewendet wird. Stellen wir sämmtliche bis jetzt in der Ursa-Stuffe des Unter-Carbon gefundenen Pflanzen zusammen erhalten wir das folgende Verzeichniss. Verzeichniss der Pflanzen der Ursa-Stuffe. Devon. Unter-Carbon. Mittel- Carbon. Ursa-Stuffe. B ent- kalk. Cnlin. Vbgesen. Bären Schwarz- Insel. wald. Aachen. Irland. St. JohnJ Pa"y- Inseln. Calamitae. < alamites radiatus Br y t t t t t t t t t f ■ t t t t t t t t t t t t t t t t t t t t t t t t t 1 t t f - cannaeformis Br Asterophyllites acicularis Daws — latifolius Daws — scutigerus Daws longifolius Br parvulus Daws laxus I>a\\s Annularia acuminata Daws Sphenophyllum antiquum Daws. .. Pinularia dipalans Kaws. Filicei. Cardiopteris frondosa Gp. sp — polymorpha Gp sp Palaeopteris liiliernica Forb. sp. . — obtusa Lesij. sp. Roemeriana Gp. sp — Boekschii Gp. sp Jacksoni Daws. Cyclopteris varia Daws. Triphyllopteris Collombiana Schpr. valida Daws. sp. Schizopteris Melvillensis Hr FOSSILE FL'iHA DER BAKEN IN MI. 17 nii" der Pflanzen der I i'sa .Stuffe. Devon. I nter-Carbon. i ■ i Stuffe \ ogesen. Bären Schwarz- Insel. wähl. Aachen. I rland St. .lohn. Pari ; l Berg kalk. ( !ai Ihm Culm. Neuropteris polymorpha Daws. Dawsoni Hartt cra sa Daws. Spl opteris Schimpgri 6p. Hookeri Bailj Hoeniughausii Br. marginata Daws, — ■ Hai tt ii Daws. pilo >a I laws. obtusiloba Goepp. curtiloba Daws Hymenopjiyllites Gersdorfii Gp subfurcatus Daws Pecopteris discrepans Daws. (P. lonchi tica Br.V) ingens Daws. - — obscura Lesq.V serrulata Daws - pretiosa Hartt. - Perlegi Daws. Selayines. Lycopodites Matthewi Daws. Lepidodendron Veltheimianum Stbg - commutatiuu Schpr. Wiikianum Hr. Carneggianum Hr. Lepidophyllum Roemeri Hr. obtusum Hr. ( yclostigma Kiltorkensis Hght minutum Hght Knorria imbricata Stbg. acicularis Gp. Halonia tuberculosa Br.V Sigillaria palpetra Daws. Stigmaria ficoides Stbg. Psilophyton elegans Daws ? glabrum Daws Cordaites Robbii Daws. angustifolius Daws. Cycadeae. '{ JToeggerathia (?) Franklini Hr. M'Clintocki Hr - polaris Hr. Coni ■ Pinus Bathursti Hr. Thuites Parryanus Hv K. \vi \k.< i Handl. B. 9. K:i T t t I f •;■ t t t t t t t t t OSWALD HEER, Devon. 1" 11 1 er- Carbon. Mittel- Carbon. Verzeichniss der Pflanzen der Ursa-Sl nttc. Ursa-Stuffe. Berg- kalk. Cnlm. Bären Insel. Vogesen. Schwarz- ' T , , ., Irland, wald. Aachen. St. lohn. Tarry- Inseln. Dadoxylon Vogesiacum Ung. ..... - ambiguum Endl Incertae Sedis Cardiocarpum punctulatum Gp. - ursinum Hr circulare Hr. ... - cornutum Daws. , ...... obliquum Daws. Cramsii Hartt. t t t t t t t t t t t t - Bailevi Daws Trigonocarpum raoemosum Daws. Vntholithes devonicns Daws ! Die uns bis jetzt bekannte Flora der Ursa-Stuffe umfasst demnach 76 Arten, von denen sie 3 mit dein Devon theilt und 7 mit dein Mittel-Carbon; von erstem ist aber eine, von letztern sind drei Arten nach ihrer Bestimmung oder der geologischen Stellung ihrer Fundorte noch zweifelhaft. Mit dem Ober-Carbon (dem Perm oder Dyas) hat die Ursa- Stuffe keine einzige sicher bestimmte Art gemeinsam. Mit dem Bergkalk theilt sie 13 und mit dem Culm 12, mit beiden zusammen 18 Arten. Darunter sind gerade die häu- figsten Arten, welche als eigentliche Leitpflanzen zu betrachten sind. Als eine die Ursa- Stuffe charakterisirende Gattung haben wir Cyclostigtna zu nennen. 11. FLOKA DFS BERGKALKS. Der Bergkalk ist eine marine Bildung und scheint zum Theil aus Korallenriffen ent- standen zu sein. Stellenweise sind aber auch Sandsfeine und Schiefer, auch wohl wenig mächtige Kohlenlager in denselben gelagert, und in diesen kommen liier und da Land- pflanzen vor, welche auf eine Strandbildung hinweisen. Auch diese Kohlenlager sind sehr wahrscheinlich nicht im Meer entstanden, sondern in am .Meere gelegenen Niederungen. die zeitweise vom Meer überschwemmt wurden. Goeppert hat in seinem sehr verdienstlichen Werke über» die Flora der silurischen, dir devonischen und untern Kohlenformation*) 32 Arten aus dem Bergkalk und den zu diesem gezogenen Schiefern Schlesiens beschrieben; unter diesen erblicken wir 8 Arten der Bären Insel. Es zeichnet sich die schlesische Bergkalkformation besonders durch seinen Reichthum an (einblättrigen Farnkräutern aus. In Sachsen gehört das Kohlenbecken von Hähnchen und Ebersdorf nach den Lage- vungsverhältnissen einem altern Horizont an. als die Zwickauer Kohlenformation, wie diess i Nova acta acad. Leop. Carol. 1860. FOSSILE 1I.')1;a DEJi i:Ai;HN INSEL. \'J Naumann aus der discordanten Lagerung nachgewiesen hat *). Marine Petrefakten fehlen, dagegen hal Prof, Geinitz**) aus den Pflanzen, welche die Sandsteine und Schieferthon- felsen enthalten, geschlossen, dass sie dem Bergkalk gleichzeitige Bildungen seien. Er hat L6 \rten beschrieben, von welchen sechs mit solchen der Bären Insel übereinkommen. Sie zeigen, dass diese Flora allerdings zum Unter-Carbon gehören müsse, wogegen es zwei- felhaft bleibt, zu welcher dei' drei Stunvn sie zu bringen sei. In Schottland ist der Bergkalk sehr verbreitet und häufig von Sandsteinen und Koh- lt nschiefern, liier und da auch von dünnen Kohlenlagern begleitet. Sie enthalten an man- chen Stellen Pflanzen, die aber zur Zeit noch nicht mit der nöthigen Sorgfalt bearbeitel sind. l>ie reichste Fundstätte ist in dem Kalk und Schiefer vom Bourdie House, in der Nähe von Edinburg. Hier wurden schöne Exemplare der Palaeopteris hiberriica Forb. sp. (Adiantites lindsaeformis Bunb.) gefunden, ferner Calamiten, Lepidodendren und Farn, wel- che grossentheils als Arten des Mittel-Carbons angeführt werden***). In Russland nicht die Steinkohlenformation bis zum Weissen Meer und der Tsche- skaja Bucht hinauf und steht hier derjenigen der Bären Insel räumlich am nächsten. Die sämmtlichen Steinkohlenlager Russlands, welche bis jetzt aufgeschlossen sind, gehören wahr- scheinlich dem Unter-Carbon auf) und fallen theils in das Gebiet des Bergkalkes- selbst, theils in das der ihn umgebenden Schiefe]' und Sandsteine. Doch ist die Flora dieses weiten Gebietes noch zu wenig bekannt, als dass man jetzt schon die verschiedenen Stuf- fen des Unter-Carbon nachweisen könnte. Wir müssen uns vor der Hand mit der An- trabe begnügen, dass dieses Unter-Carbon Russlands fünf Arten mit der Bären Insel theilt. III. FLORA DES CULM. Auf den Kohlenkalk folgen in Devonshire sehr grobkieselige Schiefer, mit Plötzen harter, magerer Kohle, die man mit dem Namen der Culm-schichten (Culmiferous beds) belegt hat: welchen man später auf die jüngere Grauwacke des Harzes und Schlesiens übertrug. In einigen Theilen Englands werden Sandsteine und Schiefer desvselben Alters als Millstont yrit bezeichnet, welchen Namen Dana ff) für die ganze Abtheilung ver- wendet bat. Der Millstone grit oder Culm ist daher jünger als ,\n- Bergkalk und ich diesen Namen nur in diesem beschränktein Sinn, während manche ihn neuerdings au! das ganze Unter-Carbon angewendet haben. Es enthält derselbe in Devonshire und auch in Irland grosse Massen einer Posido- nomya (P. Becheri Bronn), welche auch in den Grauwacken und Schiefern des Harzes. Schlesiens und Mährens auftritt, die davon den Namen der Posidonomyen-Sehiefer erhiel- ten. Die Fora dieser Grauwacke und Schiefer ist in Deutschland an verschiedenen Stellen beobachtet worden. ') \ gl. Naumann: Lehrbuch der Geognosie 1862 II. S. 550. ") Geinitz: Darstellung der Flora des Hainichen-Ebersdorfer und des Flöhaer Kohleubassins. Leipzig 1847 — 1>;i- Flöhaer Kohlenbecken gehört zum Mittel-Carbon; seine Flora muss daher von derjenigen des l nter-Carbon ausgeschlossen werden i Vgl. Memoirs of the Geolog Survej of Grcat-Britain. The Geolog} ot' the N'eighbourhood of Edin- burgh. London 1861 . p. I 15. t) Vgl. Geinitz: die Steinkohlen Deutschlands und anderer Länder Europas p. 390. vv) D;mu : inanuel of Geolog\ p. 391. 20 OSWALD HEER, Im Harz wurde sie von Fr. A. Roeiner sorgfältig gesammelt und bearbeitet *). Sie hat hier 29 Arten ergeben, unter welchen die Lepidodendren mit 12 Arten dominiren, von denen freilich mehrere auf zu kleine und unvollständige Bruchstücke gegründet wur- den. Häufig sind die Knorrien und Calamiten. Es theilt diese Flora mit der Bären In- sel fünf Arten. Aus der jungem schleswchen Qrauwacke hat Goeppert 31 Arten beschrieben **), von denen sich fünf unter den Pflanzen der Bären Insel finden. Die Calamiten, Lepidodendren und Knorrien sind die häufigsten Pflanzen. Sechs Arten reichen bis ins Mittel-Carbon hinauf. An die schlesische Grauwacke schliessen sich die Thonschiefer und Grauwacken- gebirge von Oestreichisch-Schlesien und Mähren an. Man bringt sie zu den Posidonomyen- schiefern, da sie mehrere für diese bezeichnende Thierversteinerungen geliefert haben (die Posidonomya Becheri, Goniatites mixolobus Phil., G. crenistria, Orthoceras striolatum H. v. M. und Pecten grandaevus). Die Pflanzen, welche sie umschliessen, bestätigen diese Altersbestimmung. Es hat K. von Ettingshausen 33 Arten beschrieben***). Die Lepido- dendren sind sehr selten, häufig dagegen der Calamites radiatus in seinen verschiedenen formen, und die Farn. Unter diesen erblicken wir zahlreiche feinblättrige Sphenopteriden, aber auch die beiden Cardiopteris-Arten der Bären Insel, wogegen die Pecopteriden feh- len. Mit der Bären Insel theilt diese Flora fünf Arten, mit dem Mittel-Carbon aber 12. Stellen wir die Pflanzen der verschiedenen Fundstätten des Culm zusammen, linden wir in jeder eine Zahl eigenthümlicher Formen, wohl aber nur weil uns die Flora dessel- ben noch sehr unvollständig bekannt ist, daneben aber doch manche gemeinsame Arten, welche durchschnittlich zu den häufiofsten und daher wichtigsten Pflanzen der Lokalität gehören. Es sind diess grossentheils Arten, welche zugleich auch im Bergkalk und der Ürsa-Stuffe vorkommen, somit als Leit-Pflanzen für das Unter-Carbon bezeichnet werden können. Es sind diess der Calamites radiatus, die beiden Cardiopteris-Arten, Lepidoden- dron Veltheimianum und Knorria imbricata. Was die Culm-Flora gegenüber derjenigen der Ursa-Stuffe auszeichnet, ist dass in derselben die Zahl der mit dem Mittel-Carbon ge- meinsamen Arten grösser geworden ist und darunter Arten erscheinen, welche in dieser Formation eine sehr grosse Verbreitung haben, so die Neuropteris Loshii und Calamites ') Vgl. Roemer in den Falaeontographicis [LI, IX, XIII. **) Nova acta acad. Leop. Carol. 1852 und 1860. "*) Vgl. K. von Ettingshausen: die fossile Flora des mährisch-schlesischen Dachschiefers. Denkschriften der Wiener Akademie 18(55. Ich habe fünf Arten abgezogen, deren Artrechte mir sehr zweifelhaft scheinen, wie lirss im speciellen Theil näher begründet ist. Ueberhaupt bemerke ich, dass die Zahlenangaben der verschie- denen Floren sich durchgehends anf Verzeichnisse gründen, die ich entworfen habe und bei welchen ich die nu- thige Revision und Reduktion der Arten vorgenommen habe, daher meine Zahlen keineswegs immer mit den Zahlen der betreffenden Autoren übereinstimmen. Ettingshausen hat mehrere Farn auflebende Gattungen bezogen, doch kann ich ihm hierein nicht beistimmen. Pflanzen und Thiere, die einem so fernen Weltalter angehören, können nur dann jetzt lebenden Gattungen ein- gereiht werden, wenn sehr wesentliche übereinstimmende Merkmale nachgewiesen werden können. Wie misslich hier die Einreihung in lebende Gattungen ist. zeigt die Palaeopteris hibernica, welche Ettingshausen (I.e. p„ 8) mit den verwandten Arten zu Adiantum stellt; nun zeigen aber die Fruchtwede], welche schon Baiiy (geolog. mimv of Inland 1861, p. 14, Fig. 1 c) und neuerdings Selihnpcr (Paleont. veget. PL 36) abgebildet haben. dass diese l'ain von Adiantnni gänzlich verschieden sind und einen ganz eigentümlichen, der Jetzwelt fremden Pflanzentypus darstellen. b'OSSl I.K II, 01; A I> i; l: B AUEN I \ - I 21 Suckovii (im mährischen Dachschiefer). Audi die jüngste Grauwacke, welche den Ueber- sjang zum Mittel-Carbon bildet, unterscheidet sich indessen von diesem durch den Charak- ter ihrer Flora. Wie im ganzen Unter-Carbon Europas fehlen unter den Farnkräutern die Pecopteriden, oder sind doch sehr selten, dagegen treten Cyclopteris-artige Formen und feiublättrige Sphenopteriden häufig auf und bezeichnen die Farn-Flora dieser Zeit. Im Mittel-Carbon dagegen sind die Gattungen Neuropteris und Pecopteris (mit Einschluss von Cyatheites und Alethopteris) in einer Fidle von Arten entfaltet, und treten überall massen- haft auf. Die Lepidodendren sind im Unter- und Mittel-Carbon verbreitet, doch in erste- rem relativ noch häutiger, während die Sigillarien, welche im Mittel-Carbon eine so äus- serst wichtige Kode spielen, im Unter-Carbon fast ganz fehlen*). Es muss daher in der Thal die gesammte Flora während der unter-carbonischen Zeit ein anderes Aussehen ge- habt haben, obwol sie aus denselben Familien und grossentheils auch aus denselben Gat tungen bestand wie im Mittel-Carbon. RÜCKBLICK. Ueberblicken wir nochmals die unter-carbonischen Ablagerungen der Bären Insel, werden wir eine auffallende Aehnlichkeit mit den gleichzeitigen Bildungen Europas, beson- ders von Südwest-Irland, nicht verkennen können. Wir können sie in folgender Weise zu- sammenstellen: Bären [usel. Irland. anderwärts. i alm- Stuffe. Kieselschiefer- ['"-iilonmiiycn- (||i[|(i Q railwacke llnd p os idon-Sehiefer des Harz, Schlesiens, Mäh- lager. un d Kohlen. rens - Millstone grit. Bergkalk- Stuffe. Produkten- lialklager mit und Productus Spiriferkalk. und Spirifer. Bergkalk und Schiefer Schlesiens. Hainichen Ebersdorf Bourdie House. Artinks und Petrowskaja in Russland. Bergkalk der Parry-Inseln. Spitzbergen. i i a Stuffe. i yathophyllum- Kohlenschrefer kalk. mit i lyathophyllen. Barnstaple. Verneulii-Schiefer Aachens Sandstein und , , ,, c , . Schiefer mit < ",' lll i n ' S ^^ te ln den Pflanzen. '"" """ ' flanzen - Criiinvacki 1 der Vo«esen und des südlichen Schwarzwaldes. St. John in ( lanada. Katskill und Chemung '' Marwood Pflanzenbeti Zweifelhaft. Russen-Insel- ,,, „ , ,, , ,, , , ,,. Oberes Old Red. Devon. Rother Schiefer. 01(1 Red. Cypridinen-Schiefei von Saalfeld. Pethei « j "- ') Die Sigillarin Culmiana Roemer (Palaeontogr. IX. Tal'. IV. 9) gehört eher zu Cyclostigma als zu Si- gillaria. Ebenso ist die Sigillarii itissima Goepp. sehr zweifelhaft, wie die von Eichwald aus dem Kohlen- 22 OSWALD HEER, Auf der Bären Insel, wie in Spitzbergen, fehlt das Mittel-Carbon, es dürften aber die Kieselschiefer, welche in der obern Abtheilung des Bergkalkes stark entwickelt sind dem Culm entsprechen, was freilich erst sicher festgestellt werden kann, wenn einmal die vielen marinen Versteinerungen, welche die schwedischen Expeditionen aus dem Bergkalk nach Stockholm gebracht haben, genauer bestimmt sein werden. Dann wird sich auch herausstellen, ob meine Vermuthung richtig ist, dass der Cyathophyllum-kalk dem Kohlen- schiefer Irlands entspreche, und es wird sich dann zeigen, ob dasselbe Verhältniss zwischen seinen Versteinerungen und denen Irlands stattfinde, wie wir diess für das Pflanzenbett nachgewiesen haben. Wenn auch gegenwärtig noch manches zweifelhaft bleibt, so ersehen wir doch schon aus den jetzt sicher festgestellten Thatsachen, dass in Süd-Irland, wie auf der weit entfernten Bären Insel, im hohen Norden und in Mittel-Europa in der Bil- dung der Felsen, wie der Pflanzen und Thiere, welche sie einschliessen, eine auffallend gleichartige Entwicklung statt fand. Es ist daher die Flora der Ursa- Stufte für die Ge- schichte der Erde von grosser Bedeutung, wie sich uns noch deutlicher ergeben wird, wenn wir einen Blick auf die Stellung werfen, welche sie im Entwicklungsgang der Erde einnimmt. ius dem Silin- und Unter-Devon sind nur marine Thiere und Pflanzen bekannt*). erst im Mittel- und Ober-Devon tauchen Landpflanzen auf, welche uns Festland verkün- den. Doch sind zur Zeit erst wenige Stellen bekannt, die als devonische Inseln bezeich- net werden können, und nur die dem obersten Devon angehörende Gegend von Saalfeld in Thüringen hat eine ziemlich ansehnliche Zahl von Pflanzen geliefert, die freilich meist nur in kleinen hetzen sich erhalten haben, welche vielleicht in allzu viele Arten zerlegt worden sind. Gegen das Ende der devonischen Periode nimmt das Festland auf der nörd- lichen Hemisphaere sehr zu. es war eine Zeit der Hebung des Seebodens. Mit dieser grössern Festlandbildung beginnt eine neue Zeitepoche, die der Steinkohlen (des Carbon). Die erste Abtheilung derselben haben wir als Ursa-Stuffe bezeichnet; mit ihr tritt die erste reichere Landflora auf, welche uns die Mittel an die Hand giebt, uns ein Bild von dem Aussehen der Pflanzenwelt aus dieser Frühzeit der Erde zu verschaffen. Es kann diese Flora auf der nördlichen Hemisphaere in der neuen und alten Welt vom 47° bis zum 74" und 7(>" n. Br. nachgewiesen werden, und überall zeigt sie uns denselben Cha- rakter; überall tritt der Calamites radiatus auf, welcher wohl die morastigen Niederungen mit seinen langen, säulengleichen Stämmen bekleidete, während seine grossen Rhizome die Torfgründe durchzogen, überall die gabiig verzweigten und dicht mit Blättern beschuppten Lepidodendren und die sonderbaren Knorrien. Aber auch die Cyclostigmen, die wir aus Süd-Irland und der Bären Insel keimen gelernt haben, fehlten kaum auf den dazwischen & v kalk Russlands angeführten \rten (<■!'. Schimper Paleont. II. 105). Die Sigillaria palpetra Daus, wurde nur in einem kleinen Fragment gefunden (»only a cast and very imperfekt» sagt Dawson, Acad. Geolog, p. 536) und ist daher noch nicht gesichert. Die Sigillaria rlausmanni Goepp. aus einem Quarzgestein zwischen Idre und Särna in Norwegen isl nach Schimpers Ansicht, dem ich beistimmen muss. wahrscheinlich gar nicht organischer Natur. Ki- sah in Gudbrandsdalen ganz ähnliche kristallinische Schiller, die auf gleiche Weise und ganz regel- ma-siL! canellirt waren. ') Das Eophyton von Torell und Linnarsson scheint mir noch sehr zweifelhafter Natur zu sein. Es sind nur abdrücke vorhanden, ohne organische Substanz, und diese sind von so ungewöhnlicher und anbestimmter Form, da^s die allerdings regelmässige Streifung kaum berechtig! sie Cur Pflanzenstengel zu halten. Es scheinen eher durch Wellenschlag veranlasste Gebilde zu sein. FOSSILE FLORA !>K i; p, ,\ KEN INS I I,. liegenden Festlandbildungen und nahmen Theil an der Bildung des Waldes, in dessen Schatten die Cardiopteris- und Palaeopteris-Arten ihre mächtigen Wedel ausbreiteten. Es tritt diese Flora schon in einer so beträchtlichen Zahl von Arten auf und man- che derselben erscheinen in so weit auseinander liegenden Gegenden, dass sie auf ein aus- gedehntes Festland schliessen lassen, das sowol in der gemässigten, wie in der arctischen Zone lag. Das ausgedehnte Steinkohlenland llusslands reichte vielleicht bis zu der Bären Insel hinauf und ihre Pflanzenwelt bildet dann den nördlichsten Ausläufer der russischen unter-carbonischen Flora. Dass die Ursa-Stuffe Festland von einer gewissen Ausdehnung gehabt haben muss, beweisen auch die Süsswasserthiere, die grossen Teichmuscheln und die Neuropteren. welche nur in einem Lande leben konnten, das gross genug war um a CT O O Seen und Flüsse zu erzeugen. \\ ie lange diese Zeit gedauert hat, ist nicht zu bestimmen, dann begann aber wie- der ein Sinken des Landes; es treten Brackwasserbildungen und später reine marine Ab- lagerungen auf. Die Kohlenschiefer und der Beigkalk decken das frühere Festland mit seinen Pflanzeneinschlüssen zu. Die grosse Verbreitung des Bergkalkes über viele Theile Europas und Nordamerikas und die kleine Zahl von Festlandbildungen. die er einschliesst, zeigt uns. dass diese Senkung des Landes eine allgemeine Erscheinung gewesen sein muss. Die nördliche Hemisphaere hat daher sehr wahrscheinlich damals ein ganz anderes Aus- sehen gehallt, als während der Ursa-Stuffe. Dann wiederholt sieh aber wieder dieselbe Erscheinung wie bei Beginn der carboni- sehen Periode. Wir erhalten in Folge einer weit verbreiteten Hebung die Festlandbildun- gen des Culm, welche dann später im Mittel-Carbon die grösste Ausdehnung und Ent- wicklung bekommen haben. Wir haben gesehen, dass die Flora im grossen Ganzen wäh- rend dieses so langen Zeitraumes dieselbe gehlieben ist. Manche der dominirenden Arten Indien diesen Wandel der Zeiten überdauert und sagen uns, dass auch zur Zeit der Berg- kalkbildung niemals alles Land unter Wasser gewesen sein kann, dass immer noch genug- sam Festland übrig geblieben, um diese Pflanzen-Arten zu erhalten, die dann, als im Culm das Land aufs Neue an Umfang zunahm, auch wiedermehr sich ausgebreitet haben wei- den. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass von Beginn der Ursa-Stuffe Ins zum Culm eine lange Zeit verstrichen ist, ebenso dass während diesen vielen Jahrtausenden die Le- bensbedingungen organischer Wesen sich vielfach geändert haben werden. Es ist daher gewiss eine beachtungswerthe Thatsache, dass dessenungeachtet so viele Arten diese Zeit überdauert haben, ohne irgend eine wahrnehmbare Aenderung zu erfahren. Alle die man- nigfaltigen Formen, in welchen der Calamites radiatus auf der Bären Insel erscheint, lin- den sieb noch in dem jüngsten Glied des Unter Carbon, in dem Dachschiefer Mährens, dann aber erlischt er. ohne dass eine ähnliehe Form diesen Typus im Mittel-Carbon fort- setzt, und ähnlich verhält es sich mit den Knorrien, den Cardiopteris- und Palaeopteris- Arten. Fs sind diess Thatsachen, welche entschieden gegen die immerfort unmerklich fortgehende Transmutation der Pflanzen-Arten sprechen und welche die Anhänger dieser Lehre nicht ignoriren sollten. Sie sind um so wichtiger, da offenbar die Pflanzen auf der Bären Insel unter anderen Lichtverhältnissen lebten als die der Vogesen oder Irlands, in- dem sie eine lange Winternacht zu bestehen hatten. Fs ist in der That auffallend, dass immergrüne Bäume, wie diess doch wahrscheinlich die Lepidodendren gewesen sind, und 24 OSWALD HEER, Pflanzen mit so grossen Blättern, wie die Gardiopteris frondosa, eine so lange Winternacht ausgehalten haben, auch wenn wir dabei in Betracht ziehen, dass die Bären Insel-Flora fast aus lauter Gefässkryptogainen bestand*), welche das Licht leichter und länger ent- behren können, als die Phanerogamen. Im Uebrigen ist das Klima auf der Bären Insel für den Pflanzenwuchs wohl ebenso günstig gewesen, wie in Irland und in den Vogesen, obwol jene Insel um 26$° höher im Norden liegt, denn die entsprechenden Arten sind ebenso gross und ebenso üppig entwickelt und haben sogar ein mächtigeres Steinkohlen- lager erzeugt, als die gleich alterigen tieferen Breiten **). Die Wärme war daher damals wohl noch gleichraässig über die Erde vertheilt, während schon zur miocenen Zeit ein wesentlicher Unterschied bestand, der in der Jetzwelt noch viel grösser geworden ist. Zu demselben Resultat führt uns auch eine Vergleiehung der Thierwelt des Meeres, welches die Bären Insel umspült hat. Der Productus giganteus, Pr. striatus, punctatus und hemisphaericus, die wir im Bergkalk der Bären Insel kennen gelernt haben, sind fast überall im Bergkalk gefunden worden und entsprechen in ihrer Verbreitung ganz der Knorria imbricata, dem Lepidodendron Veltheimianum und Calamites radiatus. Ja zwei Mollusken aus dein Bergkalk Spitzbergens (Spirifer Keilhauii und Productus cosiatus) wur- den sogar in Indien, eine Art aber (Productus Iiumboldti) in Südamerika nachgewiesen, so dass arctische Arten bis in die Tropenwelt hineinreichen ***). Dass aber das Klima nicht allein ein gleichmässiges, sondern zugleich ein warmes war, dürften die Korallen- bänke beweisen, welche damals in Spitzbergen gebildet wurden, ebenso aber auch die grossen baumartigen (iefasskryptogamen und die grossblättrigen Farnkräuter, welche die Bären Insel erzeugt hat. ') Nur die beiden Carpolithen gehören wahrscheinlich zu den Phanerogamen. ") Im gelben Sandstein Irlands kommen nur ganz dünne Kohlenlager vor, die aber in der unmittelbaren Nachbarschaft der Pflanzen auftreten (vgl. Griffith im Journ. of the geol. soc. of Dublin VI. p. 241). Aueh in den Vogesen. wie überhaupt im ganzen Unter-Carbon finden sich nirgends mächtige Steinkohlenlager. Diese be- ginnen erst im Mittel-Carbon, das daher als die Bildungszeit der produktiven Steinkohlen bezeichnet wird. '") Vgl. meine fossile Flora der Polarländer I, S. 34. FOSSILE FLORA DEB BÄREN INSEL. 2"> II. DIE BERGKALKFORMATION AUF DER BAREN INSEL UNI) SPITZBERGEN von A. E. Nordeuskiöld. In den letzten fünfzig Jahren haben mehrere arktische Expeditionen von Spitzbergen und der Bären Insel Bergkalk-Versteinerungen mitgebracht und mehr oder weniger um- fassende Beiträge zu dw Kentniss der Formation geliefert, nämlich: Sir Edvard Parry 1827. Als Parry während dieser Polarexpedition seinen berühm- ten Versuch anstellte, über die weit ausgedehnten Eisfelder des Polarbeckens zu Fuss nach dem Pule vorzudringen, untersuchte einer der Theilnehmer der Expedition, Lieute- nant Foster, in geographischer und, so weit geschehen konnte, in geognostischer Hin- sicht die nächsten Umgehungen des Ankerplatzes des Fahrzeuges, ein Hafen in der Treu- renberg Bai. Eine Bootfahrt wurde ebenfalls in das Innere der Hinlopenstrasse vorge- nommen, bei welcher verschiedene Fragmente von Versteinerungen in den am Cap Fanshawe anstehenden untersten Lagern der Bergkalkformation angetroffen wurden. Diese sind, wenn auch nur ganz im Vorbeigehen, in dem von Ross d. J. redigirteiK wissen- schaftlichen Anhange zu der Beschreibung der Reise*) erwähnt. B. M. Keilhau 1827. In demselben Jahre wurden die Bären Insel und Spitzbergen besucht von dem späterhin so berühmten norwegischen Geologen Keilhau. Auch er sam- melte besonders auf der Bären Insel Versteinerungen (darunter auch einen Pflanzenab- druck) ein, welche den Anforderungen der Wissenschaft gemäss von L. v. Buch beschrie- ben wurden Sven Loven 1837. Eine bedeutend grössere, jetzt an das Stockholmer Reichsmu- seum abgegebene, doch bisher noch unbeschriebene Sammlung wurde zehn Jahre später von dem Professor Sv. Loven von Green Harbour im Eisfiord mitgebracht. Die französische Expedition auf la Recherche 1838. M. E. Robert nahm als Geolog an dieser Expedition Theil und brachte von Bei Sound verschiedene Versteinerungen mit, welche späterhin beschrieben und. wenn auch sehr unvollständig, abgebildet worden sind theils in dem über die Expedition herausgegebenen grossen Prachtwerke*'*), theils von I N'arrative of an attemps co reacb the North Pole in the year 1827 undei the i omraand of < aptain William Edvard Parry. London 1828. Appendix. ") L. v. Buch: Spirifer KeiU 1 1 1 lt I Acadeinie der Wis- senschaften zu Berlin 1 8 16, S. 65 "i Voyages en Scandinavie, en Lapponie, au Spitsberg A au Feroe sur la C'orvette »la Recherche» G Mineralogii & Metallurgie par M. E. Robert. Livraison l:e p. 87, 26:i p. 129. K. Vct. Ak:i Fanshawe bildel (ungefähr 3' S.W. von der nördlichen Spitze) und einige unbestimmbare Pflanzenreste enthält. Diese Schichte überlagert den oben erwähnten Dolomit an dem Treibholzstrande, enthält aber ebenfalls keine Kohlen- schichte. An den meisten übrigen Stellen auf Spitzbergen, wo die Bergkalkformation zu Tage tritt, ruhen ihr Productusführender Hornsteinkalk und Gipslager unmittelbar auf dem Russen-Insel-Kalk, und die Abtheilung II fehlt daher gänzlich. Infolge dessen halte ich für wahrscheinlich, dass ein der alten Kohlenformation angehörendes Kohlenflötz auf' Spitz- hereen nicht vorkommt. Gleichwohl dürfte Charles Foreland und Bei Sound in dieser Hinsieht eine nähere Untersuchung verdienen. III. Cyathophyllum-führende Kalk- und Dolomitschichten. Der oben erwähnte rothe und weisse Sandstein ist am Cap Fanshawe überlagert von einem grauen Kalk mit zahl- reichen, doch nicht gut erhaltenen Versteinerungen, kleinen Arten von Terebratula, Cri- noidenstielen und Cyathophyllumstämmen. Derselbe Cyathophyllumkalk kommt ferner vor: am nördlichen Gestade der < Maas Billen Bai, woselbst er den auf dem rotlien Schiefer ru- henden Russen-Insel-Kalk überlagert; am Kohlenhafen in der Kings Bai und am nördlichen I fer der vanMijen Bai. IV. Spirifer-kalh Ein loser, grauer Kalk, hier und dort zwischengelagert von grauem Gips oder blendend weissen unter den übrigen Schichten perlbandähnlich einge- betteten Gipsknollen. Dieser Kalk ist ausgezeichnet durch einen ausserordentlichen Reich- thum an Spiriferartigen Versteinerungen (das Genus Productus ist hier weniger repräsen- tiert als in der folgenden Abtheilung) von denen wir grosse Massen, die jedoch noch nicht beschrieben sind, mitgebracht haben. Diese Lager treten zu Tage an folgenden Orten: An dem nördlichen (lesfade des Bei Sound, woselbst die hieher gehörenden Lager, die nicht gipsführend zu sein scheinen, eine wenig mächtige Schichte zwischen dem Cya- thophyllum-Kalk und dem Hornstein bilden. Am Gips Hook an dem südlichen, und an den Bergen zu beiden Seiten der Schan- zenbucht an dem nördlichen Gestade der Klaas Billen Bai. Die Lager sind hier sehr reich an Gips und theilweise bedeckt von der nächstfolgendem Abtheilung zugehörenden Horn- steinschichten. An den Bergen an der Mündung der Dickson Bai, sowie an den prachtvollen Ber- ten zu beiden Seiten der Ekman Bai im Eisnord. An diesem letzteren Orte ruhen die hieher gehörenden Lager von spiriferführendem grauem Kalk und Gips fast unmittelbar auf dem zuvor erwähnten rothen devonischen Schiefer. Sie sind auch hier bedeckt von Hornsteinlagern, die der folgenden Abtheilung angehören, und von Hyperit. \n dem Aneelin- und Loven-Berge in der Hinlopen Strasse. Die hiehergehörenden Lager werden an dem zuletzt erwähnten Orte durch mächtige Hyperitbänke von den Cya- thophyllum-Lagern am Cap Fanshawe getrennt und enthalten überhaupt wenig (ups. Statt dessen trifft man einen losen, oft grüngesprenkelten mit Kalk gemischten Sandstein mit kolossalen Spirifer- und Productus-Arten. Billen Bai and am Fusse des Gips Hook. Diese Versteinerungei den ebenfalls Herrn Professor Oswald zum beschreiben iibergi 30 OSWALD HEEK, Auf der Bären Insel (Fig. 3 und 4). Lose Stücke von einem grauem Sandsteinlager werden hier und dort zerstreut auf der Ebene der Bären Jnsel angetroffen. Vermuthlich ist dieses Lager, in welchem unter andern Versteinerungen auch der ursprüngliche Spirifer Keilhaui vorkommt, anstehend auf der hohen Bergen an der Südspitze der Insel. An- stellende, an Versteinerungen reiche Kalklager kommen dagegen gleich bei Tobiesens Häus- chen am Nord-Hafen vor und ganz besonders am Mount Misery, welcher grösstenteils aus lauter an Versteinerungen reichen, theils dieser und theils der folgenden Abtheilung angehörenden Lagern besteht. V. Produclus-führender Kalk- und Kieselschiefer. Eine wirkliche palaontologische Grenze zwischen dieser und der vorhergehenden Abtheilung ist nicht vorhanden. An mehren Orten auf Spitzbergen kommt diese Productus-Schiefer jedoch so scharf ausge- bildet vor, dass ich gemeint habe dieselbe als eine besondere Unterabtheilung aufnehmen zu müssen, welche besonders ausgezeichnet ist durch Reichthurn an Kiesel und dadurch, dass, während Spirifer oder nahestehende Geschlechter den überwiegenden Theil der in IV gefundenen Thierformen bilden, hier dagegen grosse, grobschalige Producti gewöhnlich, wo nicht immer, den ersten Platz einnehmen. Einen schönen vertikalen Durchschnitt dieser Schichten trifft man auf den Axel-Inseln an der Mündung der van Mijen Bai, woselbst die Lager ganz aufrechtstehend sind und meistens aus einen beinahe reinen, dunkelfarbigen Hornstein ähnlichen Kieselschiefer bestehen, der theils fossilfrei theils mehr oder weniger mit dickschaligen Productus- und Spirifer-Arten von mittlerer Grösse, sowie auch mit äusserst unansehnlichen Cephalopoden erfüllt ist. Ahnliche produetusführende Lager tre- ten zu Tage zu beiden Seiten der Mündung des Eisfiordes, in den oberen Schichten des Loven- und Angelin-Berges in Hinlopen Strait, sowie in den höher belegenen Schichten des Mount Misery auf der Bären Insel — hier jedoch weniger Kieselreich, ein Umstand, der vielleicht damit in Zusammenhang steht, dass es kein wirkliches Hyperitlager auf der Bä- ren Insel giebt. Der Reichthurn an Kiesel in der oberen Abtheilung der Bergkalkforma- tion Spitzbergens ist um so merkwürdiger, als die Kieselschieferbänke augenscheinlich nicht durch eine Metamorphose des Sandsteines entstanden sind. Sie zeigen nämlich niemals eine sandsteinartige Natur und gehen niemals in diese Bergart über, während man dage- gen unzählige Uebergänge zwischen kieselfreiem Kalkstein, Kalkstein mit Kieselkernen, mit Kalk gemischtem Hornstein und reinem, dem unbewaffneten Auge kalkfreiem Kiesel findet. Oft wird ti^r scheinbar homogene Hornstein gleichwohl durch die Einwirkung der Luft lustig und zackig, welches andeutet, dass auch liier leichter auflösbare Stoffe in die Bergart eingesprengt vorhanden sind. VI. Hyperit. Ehe ich diese Notizen ober die Ausbreitung der Bergkalkformation auf Spitzbergen und Beeren Eiland abschliesse, muss ich noch mil einigen Worten einer in diesen (legenden höchst charakteristischen Bergart erwähnen, die gleichsam das oberste Glied >\vr Formation bildet. Sowohl in den inneren Armen des Eisfiordes als auch in der Hinlopen Strasse sind die Kalk-, Gips- und Hornsteinbänke der Bergkalkformation von mächtigen schwarzen, mit basaltähnlichen Säulen in jähen Absätzen zersprengten Lagern gekrönt, welche, wie verschiedene Namen auf unserer Karte andeuten, den Bergen das Aussehen kolossaler, bis 2000 Fuss hoher Ruinen ertheilen. Mit dem gewöhnlich spiegelblanken, mit Eis bestreu- ten Fiord an ihrem Fusse und der blendend weissen Schneedecke auf ihrem Scheitel, ge- FOSSILE laORA DEH BÄREN INSEL. .'5 1 bei) diese Ruinenberge hier Scenerien das Dasein, die in grossartiger, ruhiger Majestät kaum ihres Gleichen haben dürften. Sowohl dieses schwarze Band an den Gipfeln der Berge als auch die weit vorsprin- gende, oft ganz ebene in regelmässige sechs- oder vierseitige Figuren zersprengte *), bleich -am parquetirte Landspitze an dem Fuss der Berge rührt her von einer kristallinischen Bergart, die dem äusseren Ansehen nach gewöhnliche?)) feinkörnigem Hyperit ähnlich ist und aus Labrador, rlyperitem besteht, an einigen Orten gemischt mir Körnern von Titan- Eisen. Nach älteren geologischen Ansichten müsste diese Bergart rein eruptiv sein, was sich gleichwohl unmöglich vereinigen lässt mit ihren über Tausende von englischen Qua- dratmeilen ausgebreiteten Lagerungsverhältnissen auf Spitzbergen: sie muss hier ohne Zweifel theilweise einen andern Ursprung haben. Vermuthlich ist sie entstanden durch einen in der Länge der /eilen fortgehenden Metamorphosen-Process ungeheurer Lager von vulkanischer Asche und Graus, die während einer langen Reihe geologischer Perioden (wenigstens von der Bergkai kperiode bis zur Jurazeit®*) von einigen in diesen arktischen Gegenden in früheren Tagen befindlichen Vulkanen ausgeworfen worden sind. Zufolge einer Analyse von Lindström ***) enthält diese Bergart: Kieselsäure 49,78 Kalkerde 9,44 Talkerde 5,65 Thonerde 14 05 Eisenoxid 1 4,86 Titansäure 2,!»? Manganoxidul 0,13 Alkalien 1,70 Glühverlust 1,42 100,00. l>ie obere Abtheilung der Steinkohlenformatinn scheint in den Gegenden, von denen hier die Rede ist, gänzlich zu fehlen, und aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Perrai- sche Formation, obgleich die Bergkalkversteinerungen Spitzbergens auf gewisse Art ein Permisches Gepräge tragen. Die Versteinerungen zeichnen sieh aus durch eine ungemein robuste und dickschalige Ausbildung und zind im Allgemeinen sehr gross. Die bei wei- tern überwiegende Anzahl besteht in gewaltigen Brachiopoden, demnächst kommen Koral- len (eine Koralle von Klaas Rillen Rai hat einen Durchschnitt von H Fuss), Crinoiden- stengeln, Enkriniten, einigen wenigen äusserst unansehnlichen Cephalopoden (von den Horn- steinlagern bei den Axel- Inseln), einer Euomphalusart von dem Cyathophyllum-Lager; auch ein Trilobit-Fragment ist unter dem Spirifer-Kalk von dem Loven Berge von Angelin er- kannt worden. ') Ueber die Ursache des basaltähnlichen Struktur s. Sketch dt' the Geology of Spitsbergen, p. ■"■'■ ",) Möglich ist gleichwohl, dass einige dieser Hyperitbänke einen ganz secundären Ursprung haben, in- dem sie nichts anderes sind als verhärteter Hyperitsand, gleich demjenigen, der noch heutiges Tages an dem Pusse von Hyperitbergen gebildet wird. "') Siehe die oben angeführte Abhandlung. 32 OSWALD HEER, III. BESCHREIBUNG DER ARTEN. Calamiteae Broi. 1. Calamites railiatus Brgn. Taf. I bis VI. C. caule cylindrico, articulis vix contractis, distantibus, sulcis in caule corticato pa- rum conspicuis, in caule decorticato profunde notatis, parallelis, continuis, supra articulos transeuntibus, costis subplanis, tenuissime striatis; foliis liberis, linearibus; rhizomate magno, cylindrico, rarnoso, tenuissime striato, radicis fibrillis verticillatis, elongatis anguste lineari- bus, ramosis. A. Brongniart hist. des veget. foss. I, p. 122, pl. 26. Schimper, le terrain de tran- sition des Vosges de Köchlin p 321, pl. I. Equisetites radiatus, Sternb. Vers. p. 45. Bornia radiata, Schimper Paleontologie vegetal pag. 335, Taf. XXIV. Calamites transitionis, Goepp. Flora des Uebergangsgebirges, nova acta Acad. Leop. carol. 1852, p. 116, Taf. III, IV, und 1860 p. 465. Geinitz Flora von Hainichen-Ebers- dorf p. 30, Taf. I. Ettingshausen die fossile Flora des schlesisch-maehrischen Dachschie- fers, p. 10, Taf. I, 4, II, III und IV. Dawson Acadian geology p. 537. Eichwald Le- thaea rossica I, p. 166, Taf. XIII, 1 — 3. Richter der Kulm in Thüringen. Zeitschrift der deutschen geolog. Gesellsch. XVI, p. 166. Bornia transitionis, Roemer in Dunker und Meyer Palaeontograph. III, 1, Taf. VII. Calamites scrobiculatus, Schlottheira Petrefaktenkunde p. 402, Taf. 20, Fig. 4 *). Bornia scrobiculata, Sternb. Vers. I, p. XXVIII. Goeppert nov. act. 1852 p. 131. Roemer in Palaeontograph. p. 4, Taf. I, Fig. 4. Bornia Jordani, Goeppert 1. c. Calamites laticostatus, Ettingshausen 1. c. p. 12 Taf. III, 1. Equisetites Goepperti, Ettingsh. 1. c. Taf. IV, Fig. 2 (ein Wirtel Wurzelzasern). Equisetites gradatus, Eichw. Lethaea rossica I, p. 181, Taf. XIII, Fig. 3, 4?. Calamites Sternbergi, Eichw. 1. c. p. 172. Taf. XIV, 3?. Calamites variolatus, Goepp. Flora des IJebergangsgebirges nov. act. 1852, p. 121. 262, Taf. V. Calamites obliquus, Goepp. 1. c. p. 121, Taf. VI, Fig. 9, 10. Sphenophyllum dissectum, Gutb. in Gaea von Sachsen p. 72. ') Sclilottheim giebt als Fundort das Dachgestein des Steinkohlenlagers bei Zürich an. Es ist schwer zu sagen wie Schlotthein) zu dieser irrigen Angabe gekommen ist, denn bekanntlich haben wir leider das Steinkoh- lengebirge weder bei Zürich, noch überhaupt in unserer Gegend. --Da Schlottheim die Pflanze schon im Jahre 1820 als Cal. scrobiculatus beschrieben hat, hätte dieser Name das Prioritätsrecht, da er aber nur für eine Var. passt, lialie Brongniarts Bezeichnung vorgezogen. FOSSILE (•"LORA DEK BÄREN INSKI,. .'!.'; Sphenophyllum furcatutn, Gtdnitz Flora von Hainichen-Ebersdorf p. 36. Tat'. I. Fig. 10—1-2, II. L, 2. Goepperl nov. act: 1860 p. 474. Noeggerathia crassa, Goepp. nov. act. 1852 p. 220, Taf. XL. Es ist diess die häufigste Pflanze der Bären Insel, deren Rhizome massenhaft in dem grauschwarzeu Schiefer liegen, die Stammstücke theils in der Kuhle selbst, theils in «Irin Sandstein, in welchem Nordenskiöld sehr lange Stücke gesehen hat. Sie sind im Sandstein zum Theil aufrecht stehend. Es sind die Stämme und die Wurzelstöcke zu unterscheiden. I. Stammstücke. Diese stellen den eigentlichen Calamites radiatus ßrgn. dar, von welchem der C. transitionis Goepp. nicht verschieden ist, wir diess Schimper nachgewiesen hat. Ettingshausen hat irrthümlich die Rhizomaeste für die Stammaeste und die Würzelzasern für die Blätter dieser Pflanze genommen und daraus geschlossen, dass sie '.on den: Cal. radiatus Br., der unzertheilte Blätter hat, verschieden sei (cf. Ettingshausen Flora des Dachschie- fers p. 11). Schimper i-t ihm in sofern gefolgt, als er von zerspaltenen langen Zweigblättern spricht, während sie am Stamme einfach seien (Palöontol. p. 335). Wir werden aber zeigen, dass diese vermeintlichen zerspal- tenen Blätter Würzelzasern sind, dalier kein Grund vorliegt den ('. transitionis vom C. radiatus zu trennen. Die Dicke der Stammstücke der Bären Insel i~t sehr verschieden, wie ein Blick auf die Taf. 1 Ins 111 zeigt. Hei Taf. 11, Fig. 1, beträgt sie 150 Millim., hei Tat'. 111. 1, aber 140 Millim., und bei den auf Tal'. 1 abgebildeten Stücken schwankt sie zwischen 22 1 •">■"> Millim. Es sind diess entrindete Stammstücke, hei wel- chen die Kippen und Furchen sehr deutlieh hervortreten. Sie laufen in geraden, parallelen Linien über den Stamm. In den Abdrücken sind die Kippen vertieft, die Furchen alier erhaben. Die Kippen sind flach, selten schwach gewölbt (Taf. 1. Fig. 7), und über dieselben laufen zahlreiche, sehr feine Längsstreifen, welche man öf- ter nur mit der Loupe gewahr wird, wahrend sie zuweilen deutlieh hervortreten. Die Furchen bilden bald nur schmale Längsstreifen (Taf. I, Fig. l.a. 6, 7), und die Kippen haben dann eme Breite, die zwischen 2 und 44 Millim. schwankt, bald aber erweitern sich die Streifen stellenweise (Taf. 111, Fig. 1) und im Abdruck entstehen dann knotig angeschwollene Stellen, Es bekommen solche Stammstücke zuweilen ein Knorrien-artiges Aussehen, um somehr da die erhabenen Abdrucke der Furchen zuweilen stellenweise ganz unterbrochen sind (Taf. I. Fig. 3, 8). Es ist diese Form von Römer (Paleontographica III, Taf. XIV, Fig. .">) und von Goeppert (nova acta L852, p. 201) als Knorria confluens beschrieben worden. Wir haben dieselbe Form auch von Bourbach (Vo- gesen) erhalten. Bei den Stücken der Bären Insel ist diese partielle Erweiterung der Furchen nicht bei allen in derselben Stengelhöhe, sondern in verschiedener Hohe und in zufälliger Vertheilung, während man anderwärts (bei Landshut in Schlesien, bei Clausthal im Harz und bei Hainichen) Stucke gefunden hat. bei denen sie in derselben Hohe sich findet und zugleich die feinern Streifen deutlich hervortreten. Diese hat Goeppert als Bor- nia serobieulata beschrieben (nov. act. 1852, p. 131) und die Stücke, bei welchen die. feinen Streifen zurücktreten, als Bornia Jordani. Dass diese partiellen Erweiterungen der Furchen keinen speeifischen Werth haben. zeigt uns Taf. 111. Fig. 1, wo sie an demselben Staramstück auf der buken Seite sehr deutlich ausgesprochen sind, während sie auf der rechten gänzlich fehlen. Ebensowenig kann auf das mehr oder weniger starke Hervortreten der Zwischennerven ein grosser Werth gelegt werden. In vielen Fällen sind die Furchen nicht nur Stellenweise erweitert, sondern der ganzen Lange nach viel r und bilden dann im Abdruck breite Leisten, zwischen welchen die Abdrucke der Kippen liegen. Solche ücke hat Ettingshausen als Calamites laticostatus beschrieben (fossile Flora des Dachschiefers p. 12). Taf. III, Fig. '■>, und I, 1. zeigen uns, dass diese Leisten zuweilen eine beträchtlich! Breite erreichen, so dass ist den Kippen gleich kommen. Sic sind wie diese von feinen Längsstreifen durchzogen. \ueh bei diesen breitrippigen kommt zuweilen eine stellenweise Verschmälerung und selbst Unterbrechung der Rippen vor. welche Stücki ein Knorrienartiges aussehen erhalten. Bei allen diesen Stücken erscheinen die Knoten nur als schmale Querlinien, ulier welche die Läfigsfur- ehen in geraden, ununterbrochenen Linien weglaufen (Taf. I, Fig. 6, 7). \-tbildung habe ich an denselben nicht bemerkt, auch keine Blätter. Indessen konnte man Taf. IL Fig. 5 für einen Ast nehmen; es hat dii nur eine Breite von i> Millim. und dieselben Längsstreifen, wie die Stammstücke; am Knoten ist eine ziemlich starke Kohlenrinde und dadurch die Streuung an jener Stell« verwischt Blätter sind auch an diesem Stuck nicht erhalten. Auffallenderweise kommen zuweilen aussen an den Stammstücken runde Warzen vor. Solche Stucke hat Goeppert als Calamites variolatus beschrieben. Bald sind dieselben ziemlich gross, indem sie eine Breite von 3 — 4 Millim. haben (Taf. I. Fig. 5), bald aber haben sie nur einen Durchmesser von etwa '.' Millim. (Taf. X III. I ig. 1 b). Sie sind meist kreisrund und haben einen inuern King. Sic treten in keiner bestimmten Ordnung auf und sitzen theils auf den Furchen, theils auf den Kippen. Diese unregelmässige Vertheilung, wie der Um- stand, dass sie nicht an den Knoten auftreten, zeigt, das- , s weder Ast- noch Blatt-Narben sein können K. V 3 1' .") o4 OSWALD HEER, leicht rühren sie von Pilzen oder Flechten her, die aussen am Stamme aufsassen oder aber es sind Abdrücke von Rinden anderer Pflanzen-Arten, welche auf die Calamitenstämme gedrückt wurden, wofür namentlich Tat'. IX, .Fig. 2 b, angeführt werden kann, wo ein Rindenstück der Stigmaria minnta neben einem Calamiten liegt mit solchen runden Eindrücken, welche denen der Stigmaria sehr ähnlich sehen, nur wird die regelmässige Stellung derselben vermisst, wodurch die Deutung zweifelhaft wird. II. Rhizome und Wurzeln. An derselben Stelle mit den Stämmen kommen sehr häutig vielfach gabiig zertheilte, fadenförmige und i in allen Riehtungen durcheinander gewirrte Gebilde vor, welche ohne Zweifel die Wurzelzasern unserer Pflanze darstellen. Sie bedecken zuweilen ganze Platten und sind selten so gelagert, dass man ihren Verlauf verfolgen kann. Diess ist indessen der fall bei Taf. IV, Fig. 2, 3, und Taf. II, Fig. 0. In einzelnen Fällen >ieht man, dass zahlreiche solcher Wurzelzasern wirtelig um einen Knoten herumstehen (Taf. II, Fig. 2 b). Es ist diess eine Eildung, wie wir sie genau so bei den Rhizomen der lebenden und fossilen Fquiseten haben (cf. miocene Flora Spitzbergens Taf. I, Fig. 2, 10, 14, II, 1, 2, 3, 6)' Man hat aber irrthümlich bisher diese Wur- zelzasern für Blätter genommen, was Gcinitz veranlasst hat, diese Rhizome zu Sphenophyllum zu stellen. Ettings- hausea hat zwar die Zusammengehörigkeit derselben mit unserem Calamiten erkannt, aber setzt sie als beblät- terte Aeste in den Stamm, wahrend sie als bewurzelte Rhizome in die Erde gehören. Ueber die Grösse, Form und Veraestelung der Rhizome geben die Taf. II, Fig. 2 — 4, Taf. IV, Y und VI genügenden Aufschluss. Die Grösse derselben ist sehr beträchtlich, indem sie eine Breite von 11 Decira. erreichen, und sie müssen sehr lang gewesen sein, wie das Taf. VI abgebildete, immerhin ganz fragmentarische Stück beweist. Die Knoten sind bald nur schwach angedeutet (Taf. V), bald aber sehr deutlich ausgesprochen (Taf. IV) und dann zuweilen etwas an- geschwollen (Taf. IV, Fig. 4, VII, Fig. 1 a). Bei Taf. IV, Fig. 5, bildet die Querlinie drei Bogen. An dem Knoten sehen wir nicht .selten rundliche Narben (Taf. IV, Fig. 4, 5, II, 4), welche uns die wirtelständige Stel- lung der Aeste anzeigen. Einzelne solche Aeste sehen wir noch am Rhizom befestigt (Taf. IV, Fig. 1) oder sie liegen neben demselben (Taf. II, Fig. 2, V). Sie sind wie die Rhizomstämme cylindrisch und stellenweise mit Knoten versehen und an diesen mit den Wurzelzasern besetzt. Was diese Rhizomacste und Rhizomstämme vor den oberirdischen Stämmen voraus auszeichnet ist, dass die Längsstreifen und Rippen viel weniger hervortreten und zwar noch weniger als bei den befindeten Stämmen, wogegen die feineren Zwischenstreifeii ebenso deutlich sind. Stellenweise treten diese ebenso deutlieh hervor als die Hauptstreifen, und dann haben wir sehr zahlreiche und ungemein dicht stehende parallele Streifen (Taf. V), oder von den Hauptstreifen, die ein Stück weit deut- lich sind, verlieren sich einzelne, unter den feinern, oder es sind alle Längsstreifen verwischt und die Rinden er- scheinen als glänzend glatte Bänder, bei denen man nur mit der Loupe die zahlreichen und dicht stehenden Längsstreifen sehen kann. Dadurch bekommen diese Rhizome und ihre Aeste ein etwas anderes Aussehen, als die oberirdischen Stämme *), zeigen aber so viele Uebergänge zu denselben, dass ihre Zusammengehörigkeit nicht bezweifelt werden kann. Anfänglich habe ich vermutliet, es könnten diess die äussern Rindenparthien der Stämme res Calamiten sein, da bei diesen die Streifen und Rippen auch weniger stark hervortreten. Das Zerspalten zahlreicher Schieferstücke, welche mit denselben erfüllt waren, ergab aber, dass unter diesen Rinden niemals sol- che lagen mit stärkern Streifen und Rippen. Bei mehreren Stücken sieht mau auf den Rinden eigenthümliche Eindrücke, welche wahrscheinlich von Haaren herrühren (cf. Taf. IV, Fig. 5). Es spricht dafür namentlich der Umstand, dass sie am Grund verdickt sind, vom aber in eine feine Borste auslaufen. Sie müssen stellenweise dicht beisammen gestanden haben und verhalten sieh wohl ähnlich, wie die Rhizomhaare mancher Wasserpflanzen, so der Nymphaeen. Zu Calaraites radiatus rechne auch das Taf. X, Fig. 8 abgebildete Stück. Es ist ausgezeichnet dnreh die kurzen Internodien und die dicht beisammen stehenden Knoten, die im Abdruck Querfurchen bilden. Das sehr unvollständig erhaltene, in grauschwarzem Kohlenschiefer liegende Stück ist 27 Millim. lang. Die Knoten sind 4 Millim. von einander entfernt. Die feinen Längsstreifen stehen dicht beisammen und sind von gleicher Stärke. Ist sehr ähnlich einem Stück, das C. Richter als Rhizom des Calamites radiatus abgebildet hat (cf. Zeitschrift der deutschen geolog. Gesellseh. XVI, 1864, Taf. V. Fig. 8 und Schimper Paleont. Taf. XXIV. Fig. 7). .Nach meinem Dafürhalten stellen diese Stücke junge Sprossen dar, an deren Spitze wahrscheinlich die Fruchtzupfen sich gebildet haben. Sie erinnern in mancher Beziehung auch an die sonderbaren Gebilde, die Brongniart als Sternbergia beschrieben hat und die sehr verschiedenartige Deutung erhalten haben. Ich vermuthe, dass die Stern- liergien, welche aus dem Culm Englands angegeben werden, hierher gehören. Betrachten wir die auf Tal'. I bis VI gegebenen Abbildungen, wird es nicht schwerhalten sich ein deut- liches Bild vom Aussehen dieser für die älteste Steinkohlenzeit wichtigen Pflanze zu verschaffen. Sie halle ein schenkelsdickes grosses Rhizom, das wohl von schwammiger, weicher Structur war, denn auch die ganz grossen *) Goepperts Noeggerathia crassa gehört nach meinem Dafürhalten hierher. Es kann das von ihm abgebildete Stück Behon wegen der dicken Koblenrinde kein Noeggerathienblatl sein. Auch Noeggerathia Ruekeriana Goepp. (nov. act. 1852 p. 220, Taf. \I.II Fijr. 2) und X. tcniiestriata Goepp. (1. c. p, 219) dürften hierher gehören FOSSILE FLORA DEK I '• A i ; IN INSEL. 35 Stücke (Taf. VI) haben keine sehr dicke Kohlenrinde zurückgelassen. Fs war aussen von sehr feinen Streifen durchzogen, von denen einzelne stärker hervortreten und stellenweise mit feinen Hanren bekleidet sind. Von den Knoten liefen in Wirtein die langen Aeste ans, mit langen Gliedern und zum Theil angeschwollenen Knoti welchen dünnere Aeste ebenfalls in Wirteln befestig"! waren. Diese trugen an den Knoten einen Wirte! sehr langer, vielfach verzweigter Wurzelzasera. So eine Pflanze bildete daher ein sehr grosses weit verzweigtes Wur- zelwerk, das wohl über ein bedeutendes Areal sich verbreitete. Es scheint besonders im weichen Schlamm ge- wuchert zu haben, denn die aus diesem entstandenen grnuschwarzen Thonschiefer sind ganz erfüllt von solchem Wurzelwerk, das mild an dieser Stelle sich entwickelt hat. \n- diesem Rhizorn erhob sich der cylindrische Stamm, der an den Knoten mit einem Wirte! einfacher Blätter versehen war, wie das bei Thann gefundene Stammstück zeigt. Welche Höhe diese Stämme erreichten und oh sie auch Wirtelständige Aeste trugen, ist noch nicht ermittelt. Immerhin haben sie mehrere Fuss Höhe erreicht. Schimper hat UDsere \it unter dem Namen Bomia radiata von Calamites getrennt und stützt sich dabei voraus auf die durchlaufenden Streifen und die Dichotomie der Blätter. Da das letztere Merkmal wegfällt, blei- tlur die an den Knoten nicht alternierenden Streifen, wozu noch die eigentümliche feine Streifung dir Rip- efügt werden kann, welche allen ächten Calamiten fehlt. Wenn mir auch diese Merkmahle eine generische Trennuug nicht zu rechtfertigen scheinen, begründen sie doch eine gute Untergattung, die als Bornia bezeichnet werden kann. Schimper führt noch die Frucht an, die aber nicht genügend bekannt ist. Unter den Pflanzen der Haren rnsel halie ich vergebens nach den Früchten dieser Art gesucht. Um die l eliersielit über die vielen Formen zu erleichtern, in welchen diese Art auftritt, wollen wir sie bier noch zusammenstellen, wobei indessen zu berücksichtigen ist, dass diese verschiedenen Formen nur zum rheil Varietäten, zum Theil nur verschiedene, aber früher verkannte Organe derselben Pflanze sind. 1. /Stamm mit schmalen, tiefen, gleich starken Furchen und breiten flachen //-/ , Calamites radiatus Hr., C. transitionis Goepp. Taf. I, Fig. 1 a und . bei dem die Leisten am Grund paarweise zusammengehen. Hei 'Fat'. I. Fig. •"> (Abdruck) sind die Lci- on "ii the evidence afforded by !'•>-- il Plnnts aa to Ibe Boundan Line between thi Devonian and i ferous R [ mm. of the zeolog. soc. of Dublin VI, p. 232. 36 OSWALD HEER, -tili stellenweise verschmälert und sich abflachend, so dass auch bei dieser breitfurchigen Form dieselbe Bildung wiederkehrt, die wir vorhin beschrieben haben. Taf. I, Fig. 4 stellt ein dünnes Stengelstück dar mit viel enger stehenden Furchen und Bippen. 4. Die Rippen sind etwas gewölbt. Taf. I, Fig. 7. Der Knoten ist auf der rechten Seite zerdrückt und diess wohl der Grund, dass dort die Bippen etwas verschoben sind, so dass die Furchen hier alternieren. 5. Der Stengel stellenweise mit runden Warzen besetzt. Taf. I, Fig. 5, Taf. IX, Fig. 2 b. — Calamites va- riolatus Goepp. li. Stengel mit sehr kurzen Internoilirn. Taf. X, Fig. 8. 7. Rhizome mit Aesten >>n). Die Nerven stehen ungemein dicht. sind in grosser Zahl vorhanden und auswärts gabiig veraestelt Die Schizopteris Melvillensis Hr (Flora fossilis aretica Taf. \\, Fig. 1) ist vielleicht ein Blattfetzen der vorliegenden Art, indem diese längs der Nerven zerreist und die Blattfetzen dann häufig am Grund keilförmig sich verschmälern, vorn aher gespalten sind. 3. Canliopteris polymorph.!, Goepp. sp. Taf. XIV, Fig. 1. 2, IV, 1. C. pinnis rotundatis, integerrimis (saepius fortuito laciniatis), obtusissimis, latitudine L5 20 mill., longitudine 22—30 mill. metientibus, nervis e basi orientibus nuraerosis, di- chotomo-furcatis. Schimper Paleontol. veget. p. 152. Cyclopteris polyrnorpha Goepp. nov. act. 1860 p. 502, Taf. XXXVIII, Fig. 5. Schim- per veget. foss. du terr. du transit. p. 339, Taf. XXVII, Fig. 1 — 7. Cyclopteris Hochstetteri, Ettingsh. Flora des Dachschiefers p. '.»7, Taf. VI, Fig. 3. Cyclopteris disseeta, Goepp. nov. act. 1860 p. 495, Taf. XXXVII, Fig. 3, 1, 5. Aneimia Tschermakii, Ettingsh. 1. c. p. 28. Ich bringe diese Fetzen zu C. polyrnorpha, weil die Grösse der Fiedern und ihre Nervatur y.u den von ppert und Schimper abgebildeten Blattfiedern passt und das von Schimper (1. c. PI. XXVII, Fig. 2) dar- gestellte Blatt dieselbe Lappenbildung erkennen lässt. Nach meinem Dafürhalten gehört auch die Cyclopteris disseeta Goepp. und die Aneimia Tschermakii Ettingsh. zu unserer Art und zeigen dieselbe unregelmässige, weil eben zufällige, Lappenbildung. Die meisten Taf. XIV abgebildeten Stücke sind Fetzen aus der mittleren Parthie des Blattes, daher sie gegen den Grund keilförmig verschmälert erscheinen, während die vollständig erhaltenen Fiedern der C. poly- rnorpha am Grund stumpf zugerundet sind. Wir betrachten sie als Blattfetzen, weil die Form und Lappenbil- dung jedes Stückes verschieden ist, (dien weil die Blätter ganz unregelmässig zerrissen sind (cf. auch Taf. IV, I. wo eine ziemlich breite Blattlieder vorliegt). Der Hand war wellig gebogen und tlie Nerven sind sehr zart, dicht stehend und gabiig getheilt. Es unterscheiden sich diese Blattstücke durch die feinern und dichter stehenden Nerven von Palaeopteris hibernica Forb. sp. Bei dieser Deutung, welche, wie ich gern zugeben will, noch einigem Zweifel Raum lässt, nehme ich an, dass die bei Fig. 1 und 2 neben den Blattresten liegenden flachen bandförmigen Gebilde nicht die Blattspin- deln unseres Farnkrautes seien. Sie sind sehr laug, am Grund verbreitert, um einer dicken, von zwei Streiten fassten Mittelrippe. Sie sind glatt, während die Spindeln der C. polyrnorpha mit Wärzchen besetzt sind. Da jede Spur von Ansatzstellen der Blattfiedern fehlt, scheinen es überhaupt keine Farnspindeln zu sein, son- dern sind wohl (her Blätter. Dagegen durfte die Tai'. IX. Fig. 7 c abgebildete mit Warzchen besetzte Spindel hierher gehören. 4. Palaeopteris Itoemeriaiia, Goepp. sp. Taf. XIV, Fig. 5. 1'. pinnulis alternis, subrernotis, subpatentibus, spathulato-oblongis, in petiolum bre- vissiraum attenuatis, integerrimis, nervis dichotomo-furcatis, rachi valida, striata, scrobi- culata. Pal. Roemerii Schimper Paleontol. veget. p. 476. Cyclopteris Roemeriana, Goepp. nov. act. 1860 p. 497, Taf. XXXVII, Fig. 8. F.s wurde nur ein schlecht erhaltenes Stuck gefunden, dessen Bestimmung nicht ganz sicher ist. Doch scheint es in den wesentlichen Merkmalen mit dem viel besser erhalte,,,,, Stück übereinstimmen, das Goeppert den unmittelbar von Kohlenkalk bedeckten Verneulii-Schiefer zu Moresnet bei Aachen erhalten hat. Die Spindel ist dick und von mehreren parallelen Längsstreifen durchzogen, zwischen denselben haben wir zahlreiche in Reihen stehende Grübchen und Wärzchen, welche von blossem Auge zu bemerken sind und in gleicher Weis, auch bei dem von Goeppert beschriebenen Farn auftreten. Von der dicken Hauptspindel ent- 38 OSWALD HEEi;, springen viel dünnere; an einer derselben sind ganzrandige gegen den Grund verschmälerte und vorn zugerun- dete Fiederchen befestigt, die von feinen, gabiig zertheilteu Längsnerven durchzogen sind. Es liegt diess Stiiek in einem harten, grauschwarzen Sandstein mit vielen sehr kleinen Glimmerblättchen. Zweifelhaft sind die zwei an einer dünnen Spindel befestigten Blattfiederchen, die auf Taf. IV, Fig. 1 abgebildet sind. Sie sind vom abgebrochen, die Basis ist aber keilförmig verschmälert, wie bei der vorliegenden Art. 5. 8])li<>iioptcris Scliimpcri, Goepp. Taf. XIII, Fig. 3 — 5. Sph. fronde dichotoma, rachi primaria valida, semicylindrica, scrobiculata, pinnulis sessilibus, pinnatisectis, lobulis numerosis, erectis, anguste linearibus, subcuneiformibus. Schimper terrain de transit. des Vosges p. 341, Taf. XXIX. Paleontolog. veget. p. 408 (S. Schimperiana). Hymenophyllites Schimperi, Goepp. nov. act. 1860 p. 490, t. XXXYII, 2, a, b (die Figur ist aber ganz missrathen). In einem eisenhaltigen, an der Aussenfläche rothbraunen, inwendig hell bräunlich grauen Tlion liegen die Beste eines Farnkrautes, welche durch die starken, gabiig getheilten und von zahlreichen feinen Querrun- zeln durchzogenen Spindeln und die fein zertheilteu Blattfi'edern mit Sph. Schimperi übereinstimmen. Jedoch sind die Lappen der Blätter etwas schmäler und vorn kaum merklich verbreitert, aber unvollständig erhalten. Die auf Fig. 4 a abgebildete Blattspindel ist zweimal gabiig getheilt, nach Art der Gleichenien. Zwei Streifen fassen eine mittlere Rippe ein. Die Spindeln, Fig. 4 b, c, d, sind mit mehreren Reihen kleiner Grüb- chen besetzt, mit welchen kleine Wärzchen wechseln. Die Blattliedern sind grossentheils zerstört, doch ist bei Fig. 4 e eine dünne Spindel erhalten, welche von den Resten mehrerer Blattfiederchen umgeben ist. Ein paar derselben sind bandförmig gelappt, während andere fiederschnittig, aber sehr zerdrückt sind; die Lappen sind sehr schmal und auswärts nur sehr schwach verbreitert (Fig. 5 ein Stück vergrössert). Auf Fig. 3 sind kleine Reste einer Sphenopteris, welche der Sph. refraeta Goepp. (nov. act. 1852 p. 141, Taf. XII) ähnlich sehen, doch zur Bestimmung zu unvollständig erhalten sind. Selagines. 6. Le|»idoileiulroii (Sageuaria) YcUhcimiaiiuiii, Sternb. Taf. VIII, Fig. 1 — 7, IX, 2 a, 3, 4. L. foliis semipollicaribus, patentibus, leviter ineurvis, foliorum pulvinis corticalibus ellipticis, utrinque angustato-acuminatis, basi ineurvo-caudatis, linea media elevata acuta lon- gitudinali aliaque transversali biarcuata insignitis, cicatricula immersa subrhomboidea; ramq= rum juniorum rhombeis utrinque acuminatis; cicatrieibus trunci decorticati oblongis vel ellipticu-lanceulatis, utrinque acuminatis. Sternberg Versuch I, p. 12, Taf. LII, Fig. 2. Schimper Paleontolog. veget. II, p. 29. Sagenaria Veltheimiana, Presl. in Sternb. Vers. III p. 180, Taf. LXVIII, Fig. 14. Roemer in Palaeontogr. III, Taf. VII, 14. Goeppert nov. acta 1852 p. 180 — 184, Taf. XVII XX; 1860 p. 520. Geinitz Flora von Hähnchen p. 51, Taf. IV, 1—5. 11; VI, 1, 3. Schimper terrain de transition des Vosges p. 336 (ex parte), Taf. XXII, 4, XXIII, XXIV, XXVI, 1—4. Sagenaria acuminata, Goepp. nov. act. 1860 p. 185. Schimper 1. c. Taf. XXVI, 1 — 4. [st häufig unter den Kohlenpflanzen der Bären Insel; die Stämme und Astreste liegen theils in der Kohle selbst, theils in den schwarzen Schiefem. So häutig aber entrindete Aeste sind, wurde doch kein gutes Rindenstück gefunden, welches die äusserste Rindenschicht enthält. Das beste Stück ist Taf. VIII, Fig. 3 ab- gebildet. Es ist ganz platt gedrückt und darum sind wohl die Blattwülste in nur schwach aufsteigenden Para- stichen. Sie sind elliptisch, oben und unten in eine schmale Spitze ausgezogen, doch ist diese bei der Mehr- zahl ganz verwischt, bei einzelnen indessen erhalten. Am deutlichsten ist das rhombische Schildchen (die An- heftungsstelle des Blattes) und die Querlinie, welche etwas oberhalb der Mitte liegt und beim Schildchen in der für L. Veltheimiamim bezeichnenden Weise eingebogen ist, so dass sie herzförmig gekerbt erscheint. Dagegen ist die Längskante nur bei ein paar Blattwülsten schwach angedeutet, bei den meisten ganz verwischt. 1 OSSI :i; FLORA DER i;.\ i; i;.\ i NSEL. 9 aussehen der entrindeten Staramstücke ist sehr verschieden. Bei Taf. VIII. Fig. 2 a haben wir elliptische Narben mit einer mittlem längliehen Vertiefung; die Enden sind in undeutlicher Weise verschlungen. Ein sehr ahnliches Stück hal Schimper 1. c. Taf. Will abgebildet. Ob das bei Fig. 2 b hegende Riudenfrag- ment zu dieser Art gehört, ist noch zweifelhaft. Bei Fig. I haben wir ein entrindetes Starnmstück (im Sand- stein), bei welchem die länglich ovalen Warzen stark hervortreten. Es sind die Parastichen nur schwach an- end, ähnlich wie bei Fig. 3. Ein sein- ähnliches Stammstück aus dem Bergkalk von Katherinenburg zieht Eichwald zu Lepidodendron Glincanum (Lethaea rossica Taf. \ a, Fig. 9). Bei Fig. 1 steigen die Reihen viel r auf, wie diess dein L. Veltheimianum in der Ite^el zukommt. Es ist diess der Abdruck eines entri ten Stammstückes, bei dem die Warzen als Eindrücke erscheinen. Sie sind elliptisch, 14—16 Mill. lang und I Mill. i und manche derselben mit einer scharfen Mittelkante (im Abdruck Mittelfurche) versehen. Eine noch tiefer im Innern des Sti nes liegende Parthie stellt Taf. I\, Fig. 2 a und VIII, Fig. 7 dar. Statt der Narben bemerkt man nur kleine, längliche und sehr schmale Warzen, welche den Durchgang der Ge- fässbündel bezeichnen. Sie Italien dieselbe regelmässige Stellung, wie die Blattwülste der Rinden. Ueber den Stamm laufen, in ziemlich grossen Abständen, mehrere Längslinien und erinnern dadurch an Sigillaria, was mich anfangs veranlasst hatte, dieses Stück für die' Sigillaria distans Geinitz (Flora von Hainiclien Taf. XIII, 4) zu iiehne in der Tliat so ähnlich sieht, dass es mir noch sehr zweifelhaft scheint, ob diese Sigillaria distans Gein. von Lep. Veltheimianum zu trennen sei. Man vergleiche dazu die Abbildungen von Geinitz Taf. VI, :! und Schimper terrain de transition Taf. \\l\ und XXV. Zweigstücke, wie solche Taf l\. ."> abgebildet sind, sind häutig. Sie haben zuweilen eine beträchtliche Länge und sind gabiig getheilt. Da sie zuweilen stark gekrümmt und gewunden sind, müssen sie im frischen Zustand sehr biegsam gewesen -ein. Ihre äussere Kinde ist fast durchgehend- zer-tört und die Blattnarben da- durch verwischt. Bei einem kleinen Zweiglein (Taf. VIII, Fig. 5 a, vergrössert - r > aa) sind indessen die Blatt- polster .-ehr schön erhalten; sie sind länglich-rhombisch, indem der Längsdurchmesser den Querdurchmesscr be- deutend übertrifft, über die Mitte geh! eine Längslinie. Es stimmt die Form und Anordnung derselben ganz mit den von Geinitz (Hainichen-Ebersdorf Tal'. IV, 2, 3) gegebenen Abbildungen überein. Bei einem zw etwas dickern Zweigstück (Tat'. VIII. Fig. 6, vergrössert 6 b) sind die Blattpolster etwas kurzer und breiter aber auch sehr dicht gestellt. Die Blätter sind bei allen Zweigen abgefallen. Wohl sieht man bei denselben (dne Menge von kleinen linienförmigen Fragmenten, welche wahrscheinlich von Blättern herrühren, aber kein ein- - ist ganz erhalten (Taf. IX, 3). Bei den Lycopodien haben wir vielfach veraestelte Wurzelzasern. Die Aeste derselben laufen öfter in rechten oder selbst stumpfen Winkeln aus und zuweilen verbinden sieh dieselben durch Verwachsung. Dieselbe eigenthümliche Bildung sehen wir bei Taf. XIII, Fig 1, daher diese Gebilde sehr wahrscheinlich die Wurzelza- von Lepidodendron darstellen. Zu welcher der vier Arten der Bären Insel sie aber gehören, ist nicht si- cher zu ermitteln. Da L. Veltheimianum am häufigsten vorkommt, spricht wenigstens die Wahrscheinlichkeit für \rt. Wir sehen aus Fig. 1 a. dass von der Wurzel ein Ast in fast rechten Winkel auslauft, dass d dann in zwei (labein sich spaltet, die auch einen rechten Winkel bilden, und dass diese Aeste dann in gleicher Weise sich wieder gabeln und dann in dünne Zasern sich spalten. Bei Fig. 1 c sehen wir aber, dass merkwür- digerweise solche Aeste mit andern zusammenschmelzen. Diese Wurzelaeste sind von zahlreichen feinen Längs- streifen durchzogen, von denen die mittlem öfter etwas starker sind. Im Winkel der zuweilen dicken (.allein sind sie schwacher (Fig. 2 und 2 b, Taf. XIV. Fig. 7). sind diese Wurzeln in dem grauschwarzen Schilder nicht selten, und Steinplatten, die doppelt so gross sind, als die bei Fig. 1 abgebildete, sind ganz von denselben bedeckt. 7. i,<'|(i ;im nächsten, unterscheidet sich aber durch die andere Form (Irr Blattpolster, welche freilich in Goepperts Exem- plar (aus Berndau bei Leobschutz in Schlesien) sehr schlecht erhalten sind, so dass eine genauere Vergleichung nicht möglich ist. In der Streifung der Zwischenräume stimmt sie zu Lepidodendron (Sagenaria) Glincanum Eichw. (Lethaea rossica p. 127), hat aber breitere Blattpolster; ferner mit Sigillaria monostigma Lesquereux (Geological survey of Illinois II p. 149, PI. 12, Fig. I 5) von Golchester in Illinois, die mir auch zu Lepi dodendron zu gehören scheint. Der über die Blattwulsl gehende Querstreifen i-i aber bei der Art der amerika nischen Steinkohlen viel stärker ausgeprägt und die Narbe oben stumpfer zugerundet. Die kirim- Stigmariaartige Warze an der Spitze der Blattwulst, der Querstreifen der über die Mitte derselben verläuft und der Mangel ei nes Längsstreifens bilden in Verbindung mit der feinen Streifung der [nterstitien für die Art der Bären Insel und die aus Illinois gemeinsame Merkmale, welche sie von den übrigen Lepidodendren auszeichnen und jeden- falls eher berechtigen würden sie zu einem besondern Genus zu erheben, als die Saginarien. 10. Le]»i«lo|»livlliim Itormcri m. Taf. IX, Fig. 7 a, 8. L. lineare, AI — 14 millim. latum, medio carinatum, obsolete longitudinaliter striatum, nervo subinarginali paulo fortiore. In eisenschüssigen Thonplatten. Das Fig. 7 a abgebildete Blatt hat eine Breite Min U Millim. und die I, untre des erhaltenen Theiles beträgt 9 Centim., doch war es ohne Zweifel noch beträchtlich länger; es hat einen stärker vortretenden Mittel- aerv, die Seiten sind nach und von au^ei-st zarten, undeutlichen Längsnerven durchzogen, von denen ein dem Rande genäherter stärker hervortritt, so dass das ganze Blatt drei stärkere Längsnerven erhält, von welchen der mittlere die seitlichen an Starke übertrifft. Beträchtlich breiter sind die Fig. 8 abgebildeten Blatter; das eine hat 0, das andere in der obern Par- tliie S. gegen den Grund zu aber 14 Millim. Breite, wenigstens misst die eine Seite vom Mittelnerv bis zum Rand 7 Millim.. während die andere Hälfte schmäler ist, weil der Rand verdeckt wird. Diess Blatt ist daher gegen den Grund ziemlich stark verbreitert. Es sind auch diese Blätter nicht in ihrer ganzen Länge erhalten und müssen von beträchtlicher Länge gewesen sein. Das eine hat in der Mitte eine Furche, das andere eine scharf vortretende Kante, ohne Zweifel weil letzteres von der untern, erstens von der obern Seite vorliegt. Die zarten seitlichen Längsnerven sind nur stellenweise zu erkennen; es scheinen jederseits 8 vorhanden zu sein; nahe dem Rande tritt ein Nerv starker hervor, doch ist derselbe stellenweise verwischt. Da diese breitern Blat- ter in der Nervation mit den schmälern ganz übereinstimmen, habe sie vereinigt. Es hat Prof. Roemer ein 38 Millim. langes und 14 Millim. breites Blattstuck aus dem Posidonomyen- schiefer des Innerste-Thaies am Harze abgebildet (Palaeontogr. III p. 46, Taf. VII, Fig. 11). welche- ganz zu unserer Pflanze passt. Es bat genau dieselbe Breite, wie das breitere Fig. 8 dargestellte und neben der mitt- lem Furche auch zarte Längsstreifen, von denen ein dem Rande nahe liegender stärker hervortritt. Man rechnet gegenwärtig die langen, von einem starken Mitteinen durchzogenen Blätter der Kohlen- periode zu Lepidophyllum und manche derselben gehören offenbar zu Lepidodendron und Sigillaria. Die vor- liegenden Blätter der Bären Insel sind durch ihre Grösse ausgezeichnet, wie durch den (Jmstand, das.- sie we- niger steif und lederartig sind als die Blatter der Lepidodendren und Sigillarien, was schon aus der Art ihrer Biegung (Fig. 8) hervorgeht. Da Sigillarien bislang auf der Baren Insel nicht gefunden wurden, die Blätter des Lepidodendron Yclthciinianum ganz verschieden sind und auch die drei andern Arten der Bären Insel ohne Zweifel viel schmälere Blatter besessen haben, wie schon die Grösse der Blattnarben zeigt, müssen die vorliegen- den Blatter andern Gattungen angehören, und ihre zartere Structur macht es nicht unwahrscheinlich, das- sie von einer Monocotyledonischen Pflanze aus der Familie der Cyperaceen herrühren, so dass sie vielleicht eher zu Cyperites zu bringen sind. Von den Noeggerathia-Fiedern, mit denen sie Roemer vergleicht, schliessl die Mittel- rippe sie aus. 11. Knorria iuibricata Sternb. Taf. X, Fig. 3, XI. Kn. truncis corticatis cicatrieibus rotundatis, medio umbilicatis, decorticatis verrucis magnis adpresso-erectis, lanceolatis oblongisque obsitis. Sternberg, Flora der Vorwelt IV p. 125. Goeppert, nova acta 1852 p. 198. Schimper, terrain de transit. p. 3S3, Tat. XIII. Paleontol. veget. II p. 46. Geinitz, Hainichen-Ebersdorf \>. 57, Taf. VIII. Fig. '■'>. 1-X. Fig. 1 — 4. Sehr häufig in den Kohlen und deren Zwischengestein. K. \V; Akad Hau. 11. B. 9. K:o 42 OSWALD HEER, Es sind die Knorrien, welche in dem Unter-Carbon sehr verbreitet sind, zwar leicht zu erkennen, doch ist ihre Stellung im System noch sehr bestritten. Goeppert hat in seiner ersten Arbeit über die Pflanzen des Uebergangsgebirges (nov. act. 1852) 12 Arten unterschieden, während er diese in seiner zweiten Arbeit (nov. act. 1860) sämmtlich einzieht und die meisten mit Lepidodendron Veltheimianum vereinigt. Schimper dagegen (terrain de transition p. 331 und Paleontolog. veget. II p. 41) sucht nachzuweisen, dass Knorria von den Le- pidodendren verschieden sei, da bei den letztern die unter der Rinde liegenden Blattpolster niemals eine solche Form und Entwicklung zeigen, wie bei den Knorrien. Die Untersuchung der Pflanzen der Bären Insel hat mich ebenfalls zu der Ansicht gebracht, dass Knorria und Lepidodendron zu trennen seien. Es kommt allerdings eine knorrienartige Form bei Lepidodendron Veltheimianum vor, neinlich die innere Rindenparthie mit den hervor- tretenden, grossen Warzen (Taf. IX, Fig. 1), allein diese Warzen sind immer an beiden Enden verschmälert, wie diess auch bei den von Goeppert auf Taf. XLI und XLII abgebildeten Stücken der Fall ist, die er als Knorria- t'orrn zu Lepid. Veltheimianum bringt. Davon verschieden sind aber die Stämme mit den langen, am Grunde nicht in eine Spitze auslaufenden, sondern breit endenden und abgeplatteten Warzen, welche allein ich zu den Knor- rien bringe. Bei diesen haben wir eine äussere Rinde, welche ganz anders aussieht, als bei Lepidodendron. Es ist diese bei Fig. 4 wenigstens theilweise noch erhalten. Diese Rinde bekleidet die au den Stämmen angedrück- ten, vorn verschmälerten Warzen, sie ist von zahlreichen Längsstreifen durchzogen, die alle ziemlich gleich stark sind und fast parallel verlaufen. Auf der Rinde treten kreisrunde Blattnarbeu auf, die zwei Millim. Breite und in der Mitte einen runden Punkt haben, welcher wahrscheinlich den Durchgang des Gefässbündels bezeichnet. Diese Blattnarben sind in regelmässige schiefe Reihen gestellt. Es scheint, dass jede auf die Spitze einer Warze zu stehen kommt, so dass die unter der Rinde liegenden laugen Warzen in diesen Blattnarben enden. Die Warzen sind bei Fig. 4 lanzettlich und vorn zugespitzt und ziemlich weit von einander entfernt. Es wurde diese Form von Goeppert früher als Knorria acutifolia bezeichnet. Die Form und die mehr oder weniger dichte Stellung der Warzen ist variabel. Wir können folgende Formen unterscheiden: 1. Mit länglichen, vorn stumpfen Warzen. Taf. X, Fig. 2, 5. Es sind die Warzen sehr gross, indes- sen flach und von einander abstehend, so dass die Oberfläche des Stammes zu sehen ist. Die Zwischenräume sind stellenweise fein gestreift. Bei Fig. 5 b sieht man einzelne runde Narben, welche wahrscheinlich von den Blattnarbeu herrühren. Die Form der Narben ist wie bei Knorria princeps Goepp., aber sie stehen nicht so dicht beisammen. 2. Mit länglich lanzettlichen, dicht beisammen stehenden Warzen. Taf. IX, Fig. 6. Die Warzen sind lang, vorn stärker verschmälert und decken den Stamm ganz. Schimper hat diese Form als Knorria longifolia abgebildet. Der Pflanzenrest, den aber Goeppert mit diesem Namen belegt hat, ist sehr zweifelhafter Natur. 3. Mit länglich-lanzettlichen von einander abstehenden Warzen. Taf. X, Fig. 1, 4. Die Warzen sind vorn in eine Spitze verschmälert, wie diess besonders bei Fig. 4 der Fall ist. Knorria acutifolia Goepp. Nova acta 1852 p. 202. Roeiner, Palaeontogr. III p. 96, Taf. XIV, Fig. 4. 4. Mit am Grunde etwas verschmälerten Warzen. Tat'. X. Fig. 3. Knorria Schrammiana Goepp. 1. c. p. 202. 12. Knorria acicularis Goepp. Taf. X, Fig. 6, 7, VIII, 2 d. Kn. truncis decorticatis, verrucis lineari-lanceolatis, api^e acutis, aeque distantibus. Goeppert, nova acta 1852 p. 200, Taf. XXX, Fig. 3. Goeppert hat später auch diese Form zu Lepidodendron Veltheiinianuni gezogen (nova acta 1860 p. 521), worin ich ihm in meiner Flora aretica I p. 131 gefolgt bin. Ist vielleicht nur Varietät der Knorria imbricata, indessen durch die sehr schmalen, linienförmigen War- zen ausgezeichnet. Dass solche linienförmigen Warzen nicht allein bei dünneu, jungen Zweigen, sondern in gleicher Weise bei dicken Stammstücken vorkommen, zeigen Taf. VIII, 2 d und X, 7, daher die Ansicht, dass die mit solchen Warzen versehenen Stücke nur die Zweige der dickwarzigen seien, jedenfalls unrichtig ist. Taf. X, Fig. 7 stellt ein Stück eines ziemlich dicken Stammes dar, mit vorn zugespitzten, dünnen War- zen: Fig. 6 aber einen dünnem Zweig, bei dem die Warzen etwas weiter auseinanderstehen. Hierher gehört, auch das Stück der Melville-Insel, welches ich auf Taf. XX, Fig. 9 a meiner Flora aretica abgebildet habe. Herr Bailj sandte mir zwei Stücke von der Tallovvbridge Grafschaft Waterford in Irland, welche, wie ich glaube, hierher gehören; sie haben dieselben schmalen, linienförmigen Warzen, welche an den Stamm angedrückt sind, nur stehen sie dichter beisammen als bei den Exemplaren der Bären Insel; da aber dieses Merkmal bei der K iL imbricata in gleicher Weise variirt, können wir sie nicht als besondere Art trennen. Schimper führt sie in seiner Paieontol. veget. II p. 48 als Knorria Bailyana auf. Das Cyclostigma minutum Haught., das Schim- per hier erwähnt, gehört nicht hierher. Bei einem schönen Stück von Kiltorkan ist die äussere Rinde theil- weise erhalten und zeigt die für Cyclostigma bezeichnenden Wärzchen, theilweise ist aber die Rinde abgefallen, diese von der äussern Rinde entblössten Stellen zeigen aber keine Spur von Knorrien-Warzen. FOSSILK FLORA DER BÄREN INSEL. 43 13. (jclostijjina Kiltorkense Haught. Tat. XI. ( 'haracter < Jeneris: Truncus arboreus, dichotomus, corticatus pulvinis foliorum delapsorum minutis, sub- globosis vcl deplanatis, apice foveolatis. Folia linearia, medio carinata. C. Kiltorkense, cortice rugoso, pulvinis foliorum delapsorum distantibus. S. Haughton, on Cyclostigma a new genus of Fossil Plauts from the Old Red Sand- stone of Kiltorkan. Annais and Magazine of natural History, Vol. V, third Series, p. 444- Im Kohlenschiefer (Fig. 1, 2, 4), im Sandstein (Fig. 3) und im Thon (Fig. 5). Alk- Stücke sind ausgezeichnet durch kleine in schiefe Reihin gestellte Wärzchen oder deren Abdrücke Es hallen diese Wärzchen mir eine Breite von circa 2 Millini. Hie sind kreisrund, etwas nach oben gerichtet und auswärts verschmälert, doch scheinen sie nicht langer als breit gewesen zu sein. Sie sind oben mit einer runden Vertiefung versehen (Fig. 4 b vergrössert), die im Abdruck (Fig. 1. '.') als kleines Wärzchen erscheint. das am obern Ende des Eindruckes liegt. Die Vertiefung ist bei den am besten erhaltenen Wärzchen (Fig. 4 und 4 b), von einem scharfen, ringförmigen Rand umgeben, au welchem zuweilen (Fig. "> c) 2 bis 3 sehr kleine Erha- benheiten hervortreten. Bei Fig. 1, ."> und 4 sind die Wärzchen in regelmässige schiefe Reihen gestellt, welche die regelmässige spirali-v Anordnung angehen. Der Abstand der Wärzchen beträgt hei Fig. 3 8 Mill., bei Fig. 1 aber 7 Mill. Bei dem grossen Stammstück Fig. 2 beträgt die Entfernung hei den meisten Wärzchen 7 bis 8 Mill.; an einigen Stellen aber i-t die Ordnung gestört, und dasselbe ist der Fall bei Fig. 5. l>ie Zwischenräume zwischen den Warzen sind bei der wohl erhaltenen äussern Rinde von sehr zahl- reichen und dicht stehenden, wellenförmigen Längsrunzeln durchzogen (Fig. 2); fehlt aber die äussere Rinde so erscheint die innere Parthie dem unbewaffneten Auge glatt, wogegen man mit der Loupe zahlreiche feine Längs- runzeln sieht (Fig. 3 und 4). Aber auch feine Längsstreifen treten hervor, die meistens sehr dicht beisammen .stehen (Fig. 1, 5) und jedenfalls der Rinde angehören, wahrend die unregelmässigen Querstreifen, wie wir sie bei Fig. 1 sehen, rein zufällig sind und von Sprüngen der Rinde herrühren. Knorrienartige Warzen fehlen unter der Rinde vollständig, wodurch Cyclostigma von Knorria leicht zu unterscheiden ist, obwol die äussere Rinde der Knorrien eine ähnliche Bildung zeigt. Neben Fig. 3 haben wir bei b ein 2i, Millim. hreites, linienförmiges, von einer tiefen Längsfurehe durch- zogenes, steifes Blatt, welches wahrscheinlich zu dieser Pflanze gehört. Es war wahrscheinlich auf einer runden Warze befestigt, deren mittlere Parthie den Durchgang des Gelassbündels bezeichnet. Dasselbe Blatt haben wir auch bei Tat IX, Fig. 7 b. Neben dem Tai'. XI, Fig. 3 abgebildeten Stammstück und Blatt liegen kleinere blattartige Gebilde (Fig. 3 c, d), welche wahrscheinlich von den Fruchtzapfen unserer Pflanze herrühren. Bei Fig. 4 liegt tiefer unten ein Stengelstück des Calamites radiatus, der aber mit unserer Pflanze nichts gemein hat. Es stimmt diese Pflanze der Bären Insel vollständig überein mit dem Cyclostigma Kiltorkense Haught., worauf ich zuerst durch Herrn Prof. Geiuitz aufmerksam gemacht wurde. Die Beschreitung, welche Haughton von der Pflanze giebt, i-t so ungenügend, dass ich sie nach derselben nicht erkannt hatte. Knie Sammlung von Kiltorkan-Pflanzen, die ich spater von den Herrn Robert H. Scott und W. 11. P.ailv erhielt, hat mich in den Stand gesetzt eine genaue Vergleichung vorzunehmen, welche die Ansieht, des Herrn Geinitz vollkommen bestä- tigt hat. Die Stammstücke des gelben Sandsteines von Kiltorkan zeigen dieselbe runzelige, äussere Rinde und ml derselben in regelmässigen Reihen die kleinen runden Wärzchen, welche oben mit einer kreisrunden Ver- tiefung versehen sind, die von einem hervortretenden Rande umgeben ist. Zuweilen sehen diese Warzchen wie kleine Schälchen aus. Der Rand ist öfter von feinen Querlinien gestreift, wahrend die mittlere Parthie glatt ist Die Wärzchen sind am Stamme S — 13 Millim. von einander entfernt und bilden ziemlich steil aufsteigende Pa- rastichen; bei einem 1 Centim. breiten S| U ek gehen 12 auf die schiefe Reihe, bei einem 8 Decim. breiten 7. hei einem andern 4 Decim. breiten ebenfalls 7; bei Zweigen die nur 13 Millim. Breite haben, gehen nur 3 Wärzchen auf die schiefe Reihe; sie sind also auch hei diesen Zweigen weit auseinander gerückt und 6 — 7 Mill. von einander entfernt. Auch diese dünnen Zweige zeigen dieselbe runzelige und fein gestreifte Rinde. — Bei einigen Stamrastücken ist die Rinde nur äusserst lein und dicht gestreift und hei einem fast ganz glatt. Dieses hat Raily als Cyclostigma Griftithi Haught. bezeichnet. Es sind diess Stinke, bei denen die äussere Rinde ab- gefallen ist. Neben Besten dieser Pflanze und zum Theil iinmittellbar neben den Rinden, findet sieh in Kiltorkan der Lepidostrobus Bailyanus Schimp. (Paleont. vege4 II p. 71, Taf. LXI, Fig. '.'). welcher wahrscheinlich die Frucht derselben darstellt. Wie hei Lepidodendron besteht das Deckblatt aus einem verbreiterten Grundstuck, das die Sporangien trägt, und einem schmalen, blattartigeu Anhang. Das Grundstück ist derb, ja scheint nach der dic- ken Kohlenrinde, die es hinterlassen hat. holzig gewesen zu sein, hat zwei flache Längslippen, die eine Mittel- furche einschliessen und ist durch eine bogenförmige Linie scharf von dem auffallend langen und borsteuförmi- 44 OSWALD KEEH, gen Anhang getrennt (vgl. Tat'. XI, Fig. 6). Jedes Deckblatt seheint dort eine ovale Warze besessen zu haben. Das Grundstück ist mit kreisrunden Sporen von 1 Millira. Durchmesser (Macrosporeu) bedeckt. Neben densel- ben sah ich viel kleinere schwarze Körnchen, welche die Mikrospuren darstellen dürften. Zahlreiche solche Deck- blätter stehen an einer Längsachse und bilden einen Zapfen. Dass solche Deckblätter auch auf der Bären Insel vorkommen dürften die Taf. XI, Fig. 3 c und d ab- gebildeten Blattreste zeigen, welche unmittelbar neben dem Stamm des Cyclostigma liegen. Fig. 3 c entspricht ganz der Basis des blattartigeu Anhanges des Deckblattes, leider fehlt aber das sporentragende Grundstück, wel- ches entscheidend sein würde. Gehört der Lepidostrobus Bailyauus Schimp. wirklich zu Cyclostigma, würde die Gattung nahe an Lepi- dodendron sich anschliessen, von welcher sie sich aber leicht durch die andere Bildung der Binde unterscheidet. Durch diese nähert sie sich den Stigmarien, doch sind die Wärzchen nicht nur viel kleiner, sondern auch viel -.■•härter abgesetzt und von anderer Bildung, indem bei den Stigmarien im Centrum der Scheibe eine kleine Warze sitzt. — Von Halouia unterscheidet sie der Mangel der grossen Warzen und dass bei Halonia die klei- nen Warzen oben mit keiner Oeffnuug versehen sind. Eichwald hat ein ähnliches mit kleinen Warzen besetztes Stammstück als Selaginites verrucosus bezeichnet (Leth. rossica p. 111), jedoch haben die Wärzchen eine andere Form, und unter Selaginites versteht man ganz andere Pflanzen. Noch ähnlicher sind unserer Art der Bären Insel das Ulodendrou Schlegeli Eichw. (Leth. ross. p. 138) und Ulodendron tumidum Eichw. (Leth. p. 143, Taf. X, Fig. 1, 2). Auch bei diesen ist der Stamm mit kleinen, in regelmässigen schiefen Beihen stehenden Wärzchen besetzt, doch scheinen diesen die Höhlungen an der Spitze zu fehlen und sie stehen ferner dichter beisammen. Immerhin können diese in der Stein kohlenfor- mation Russlands vorkommenden Pflanzen in Betracht kommen und verdienen eine sorgfältige Vergleichung. Bei ihnen finden sich neben deu kleinen Wärzchen noch grosse runde Seheiben, wie bei Ulodendron, welche bei den Cyclostigmen fehlen. Bei Bothryodendron punctatum Lindl. (Halonia punctata, Geinitz, Kohlenf. Sachsens III, 16, Ulodendron Lyndlyanum Sternb., Röhl, Palaeontogr. XVIII, Taf. XXIII, 2) sitzen die Warzen in rhombischen Feldern, ebenso bei Knorria Jugleri Roemer (Palaeont. III, Taf. VII, 17), welche dem Cyclostigma gänzlich fehlen. Vielleicht gehört hierher ein von A. Roemer als Sagenaria spec. abgebildetes Stammstück aus der Jün- gern Grauwacke bei Lauterberg im Harz (Palaeontogr. 1854 III, Taf. XIV, 3), das ganz ähnliche, regelmässig angeordnete Wärzchen zeigt, doch ist aus der Zeichnung nicht zu ersehen, ob die Wärzchen die eigenthümliche Bildung der Cyclostigma- Warzen haben, und eine Beschreibung hat Roemer nicht gegeben, daher die Bestimmung' zweifelhaft bleibt. Dasselbe gilt von dem Lepidodendron (Sagenaria) cyclostigma Goepp. (nova acta 1852, p. 269, Taf. XXXIV. Fig. 6) aus der Grauwacke von Landshut. Es ist vielleicht ein junger Zweig unserer Art. 14. Cyclostigma iiiimit inu Haught. Taf. VII, Fig. 11, 12, vergrössert 11 b, 12 b, VIII, 5 b, IX, 5 a. C. cortice longitudinaliter et transversini striolato, pulvinis foliorum delapsorum con- fertis, approximatis. Haughton, 1. ' c. p. 444. Lepidodendron rainutum Haught., Journ. of geolog. soc. Dublin VT p. 235. Lepidodendron spec, Lyell Elements of Geology, sechste Aufl. p. 521» Fig. 585. Filicites dichotoinus Haught. und Sigillaria dichotoma Haught. 1. c. p. 2o4 *). Ich erhielt von der Bären Insel nur kurze Zweigstücke und Riudenreste, welche durch die dichte Stel- lung ihrer kreisrunden Blattnarben sich auszeichnen. Bei dem etwa 9 Mill. breiten Zweig Taf. VII, Fig. 12 (vergrössert 12 b) haben wir steil aufsteigende Parastichen, jede Reihe besitzt 10 — 12 kleine Blattnarben, die etwa um 1A Mill. von einander abstehen. Sie sind etwas in die Breite gezogen, haben einen etwas aufgewor- fenen Rand und in der Mitte einen Punkt. Im Abdruck sind sie sehr scharf begrenzt. Das Zweiglein zeigt zahlreiche und ziemlich dicht stehende parallele Querlinien. Dass diese nicht zufällig sind, zeigt der Umstand. dass sie auch bei einem zweiten Zweiglein in ganz gleicher Weise auftreten. Etwas grösser sind die Wärzchen bei Taf. VII, Fig. 11 (vergrössert 11 b). Sie sind hier fast kreisrund und haben einen < lucrdurchnicsser von 1 ') Die: Abbildung, welche Haughton von seiner Sigillaria dichotoma giebt (1. c. p. 234), stimmt zu Cy- clost. minutum, wogegen das Zweigstück, das er p. 235 abbildet und Lepidodendron ininutuni nennt (welches wie er glaubt »the true eoating» der Sigillaria dichotoma sei), eher an das Lepidodendron Cameggianum erin- nert. Seine Filicites dichotoma nennt er (1. c. p. 235) »only the upper and delicate branche of the Sigillaria di- chotoma«. Es ist daher sehr auffallend, dass er sie als besondere Art aufführt. Wenn, wie Haughton selbst zu- giebt, Filicites dichotomus, Sigillaria dichotoma und Lepidodendron minutum zu Einer Art gehören, sind sie auch unter Einen Namen zu vereinigen. Ich hatte anfangs die beiden Cyclostigma-Arten auch für Sigillaria genommen und vorläufig als Sig. Car- neggiana und S. Malmgreni bezeichnet (cf. die neuesten Entdeckungen im hohen Norden S. 21). Fossile FLORA DER BÄREN INSEL. 45 Millira. Sie erscheinen als runde Scheibchen; im Abdruck als runde Tellerchen, in deren Mitte ein äusserst kleines, punktförmiges Wärzchen ist. Sie stehen sehr dicht beisammen. Dasselbe ist der Fall bei den Rinden- stücken Taf. VIII, Fig. ,") b und l\ ."> a (vergrössert 5 c). Bei letztem ächliessen die Narben ganz aneinan- der an. Ich erhielt von meinem Freunde li. II. Scott aus fCiltorkan in Irland ein Zweigstück von derselben Dicke, wie das Taf. VII, Fig. 1- abgebildete, da- in der Grosse und dieliten Stellung der Blattnarben völlig mit dem der Bären Insel übereinstimmt. Audi hei diesem Zweig haben wir zahlreiche unregelmässige Gtuer- streifen, neben den deutlichen Längsstreifen. Diese Querstreifen, wie die viel dichtere Stellung der Blattnarben unterscheiden diese Art von der vorhergehenden. Wir können sie nicht für die- jungen Zweige derselben halten. weil Zweige derselben Kieke von Cycl. Kiltorkense vorkommen, bei denen die Blattnarben viel weiter auseinander stehen und daher in geringerer Zahl auftreten und anderseits mir durch Herrn Bailj aus Kiltorkau ein Zweig des Cyclostigma minutum zukam, der .'!.'! Mill. Breite hat, aber trotz dieser beträchtlichen Dicke des Zweiges sind die Blattuarben dicht beisammen stehend, indem sie nur 1 bis U Mill. von einander entfernt sind. Dieses Stück zeigt uns ebenfalls sehr deutliche Querstreifen wie Längsstreifen, und ist oben in zwei Gabelaeste gespal- ten. Wie bei dem von Lyell abgebildeten Zweig sind die Parasticheu (wohl in Folge des erlittenen Druckes) fast flach gelegt und von einander ziemlieh weit entfernt, wahrend die kreisrunden, mit einem hervortretenden Rand verseheneu und in der Mitte vertieften Narben unter sieh sehr genähert sind, wodurch sie scheinbar eine fast wirtelige Stellung erhalten, was Haughton verleitet haben mag, überhaupt den Cyclostigmen eine wirtelige Blattstellung zuzuschreiben. 15. Halonia tnberciilosa Brongn.? Taf. XU, Fig. 7. H. trunco tuberculato, tuberculis magnis, spiraliter dispositis, apice foveolatis, fo- veola parvula. Broitgniart, hist. des veget. foss. II, Taf. 2 Cardiocarpum samaraeforme aus dem Unter-Carbon Amerikas abgebildet. Aehnlich ist auch das Car- dioc. Bailyi Dawsou von St. John in Canada (Acad. Geol. p. 555, Fig. 194, D). 19. Sporaugia. Taf. VIII, Fig. 8 — 17. Die Taf. VIII, Fig. 8 — IT abgebildeten Körperchen sind ohne Zu eitel die Sporangien und Sporen von Gefässkryptogamen und gehören wohl zu den Lepidodendren, Knorrien oder Cyclostigmen. Es sind drei Formen zu unterscheiden: 1. Glatte, etwa 1A Mill. im Durchmesser haltende Kügelchen (Fig. !), vergrössert 12, 15), welche aber häutig mehr oder weniger platt gedrückt sind (Fig. 13, 14 vergrössert) und dann einen deutlich abgesetzten Rand zeigen. Bei einem Exemplar (Fig. 10) bemerkt mau drei kleine Körnchen; es sind diess datier die gros sern, die Macrosporen enthaltenden Sporangien, von denen jedes wahrscheinlich vier Sporen einschloss. 2. Von sein- kleinen Wärzchen gekörnte Körperehen von 1A — 2 Mill. Durchmesser; sie sind theils kug- licht, theils auf einer Seite etwas eingedrückt. Eine zarte Querlinie bezeichnet wahrscheinlich die Melle, wo sii aufspringen (Fig. 16, 17 vergrössert). .'!. Viel kleinere Körperchen, die nur A bis J Mill. im Durchmesser haben (Fig. 8 b, \<>). Sie sind kuglicht und scheinen glatt zu sein; in einigen Fallen gehen vom Mittelpunkt drei Linien aus, welche ohne Zweifel, wie bei den Sporen der Gefässkryptogamen, '■> Leisten gebildet haben (Fig. II vergrössert). Es sind diess daher die Sporen. Sie liegen stellenweise zu hunderten beisammen und sind häufig flach gedrückt. Bei Fig. 8 haben wir solche Sporen bei glatten Sporangien neben einem kleinen Zweigrest, der zu Lepidodendron Carneggianum gehört. Vielleicht gehören sie zu diesem Lepidodendron. Dawson hat in seiner Akadiau Geology (second edition p. 491) zwei Sporangien beschrieben und abge- bildet, welche mit denen der Bären Insel grosse Aehnliehkeit haben. Das eine nennt er Sporangites papillaris. das andere Sp. glaber; das ersten ist mit. kleinen Wärzchen besetzt, da- andere glatt, wie bei den Sporangien der Bären Insel, mit denen sie auch in dir Grösse übereinstimmen. Dawson vermuthet, dass Sporangites glaber zu Lepidodendron corrugatum der untern Kohlenabtheilung gehöre. Es steht diese Art dem Lepidod. Velthei- aiiaiiiiin -ehr nahe und vertrete seine Stelle im Culm von Canada. 48 OSWALD HEER. ERKLÄRUNG DER TAFELN. Taf. I. Calamites radiatus Brgn. Fig. 1 im Sandstein, a. Stammstück, b. Querbruch, c. Wurzelzasern von Stigmaria. Fig. 2. Abdruck eines Stammstückes aus der Kohle mit breiten, den Furchen entsprechenden Rippen (C. laticostatus Ett.). Fig. 3 ebenso, Rippen aber stellenweise unterbrochen. Fig. 4 mit enger stehenden Rip- pen und Furchen. . Fig. 5 mit einzelnen runden Warzen. C. variolatus Goepp. Fig. 6. Stammstück aus dem Saudsteiu. Fig. 7. Aus dem Kohlenschiefer mit gewölbten Rippen. Fig. 8. Abdruck von zwei bei einander liegenden Stammstücken aus der Kohle, mit breiten, den Fur- chen entsprechenden, aber unterbrochenen Rippen (Knorria confluens Goepp.). Taf. II. Calamites radiatus Brgn. Fig. 1. Grosses Stainmstück aus der Kohle Fig. 2 Rhizom; b. Aeste mit Wurzelzasern. Fig. 3 Aeste. Fig. 4 Rhizomaeste. Fig. 5 Zweig mit Knoten. Fig. G Wurzelzasern. Taf. III. Calamites radiatus Brgn. Fig. 1. Grosses Stammstück, an der rechten Seite mit stellenweise erweiterten Furchen. Fig. 2. Stamm- stück, mit theilweise zerstörter Rinde. Fig. 3. Abdruck eines Stammstückes mit sehr breiten Furchen, die als Rippen erscheinen. Fig. 4. Zweig mit Knoten und 2 Aestchen. Taf. IV. Calamites radiatus Brgn. Fig. 1. Rhizoin mit Ast und Wurzelzasern; daneben breitere Wurzelzasern (Spheuophylluiu furcatum Gein.) und Blattfetzeu von Farn, der Eine unmittelbar neben dem Calamit, ist oben eingerissen und an der rechten Seite zerstört; er muss ziemlich breit gewesen sein und gehört zu Cardiopteris polymorpha; der Andere besteht aus zwei an einer dünnen Spindel befestigten Fiederehen und scheint zu Palaeopteris Roemeri zu ge- hören. Fig. 2. Rhizoin mit Knoten; daneben eine gabiig zertheilte Wurzelzaser. Fig. 3. Wurzelzasern. Fig. 4. Zwei Rbizomstücke mit angeschwollenen Knoten und runden Astnarbeu. Fig. 5. Rhizom mit Knoten und Eindrücken von Haaren. Fig. 6. Rhizomstück mit Haaren. Taf. V. Calamites radiatus Brgn. Fig: 1 und 2. Dicke Rbizomstücke. Fig. 3. Rhizomaeste. Taf. VI. Calamites radiatus Brgn. Grosses, veraesteltes Rhizom. Taf. VII. Fig. 1 a. Calamites radiatus mit angeschwollenen Knoten; 1 b. Wurzelzasern, zwischen denselben eine Narbe von Stigmaria; 1 c. Lepidodendron Wiikianum Hr. Fig. 2. Lepidodendron Wiikianum Hr, mit kleinen Blattwülsten. Fig. 3 — 7. Lepidodendron Carneggianum Hr; 3, 4, 6 junge Zweige mit Blattnarben; vergrössert Fig. 3 b, 5, 7. Fig. 6 FOSSILE FLORA DER BÄREN INSEL. 19 Fig. 8 — 10. Lepidodendron commutatum Scbirap. sp. Fig. 8 junger Zweig; Fig. 9 Rindenstück mit kleinen Blattwülsten; Fig. in mit grossem Blattwülsten. Fig. 11. 12. Cyclostigma rainutura Haught.; Fig. 11 b, 12 b vergrössert. Fig. 13, lt. Cardiocarpum ursinura Hr; Fig. 13 im Kohlenschiefer; Fig. 11 Restaurirt. Taf. VIII. Fig, 1 T Lepidodendron Veltheimianum Sternb. Fig. 1 Abdruck der innern Rinde mit länglich-ellip tischen Eindrücken. Fig. 2 a b Abdruck der Rinde; c entrindeter Asl von Lepidodendron Wiikianum; d Knor- ria acicularis. Fig. 3 Abdruck der äussern Rinde. Fig. 1 entrindetes Stammstück aus dem Sandstein. F'ig. 5 a dünnes junges Zweiglein; ■"> a a vergrössert; 5 b Cyclostigma min u tum; ."> c eine Narbe von Stigmaria. Zweigstück mit Blattnarben; t'> b vergrössert. Fig. 7 entrindetes Stammstück. Fig. 8 Lepidodendron Carneggianum, daneben Sporen und ein Sporangium. I ig. 9, 10 glatte Sporangien und Spuren; Fig. II eine Spore vergrössert; Fig. 12, 13, 14. 15 Spo- rangien vergrössert. Fig. 16, 17 gekörnte Sporangien, vergrössert. Taf. IX. Fig. 1 Lepidodendron Wiikianum Hr; 1 b ein Stuck vergrössert. Fig. 2 a Lepidodendron Veltheimianum, entrindet; 2 b Calamites radiatus, mit runden Eindrücken; 2 c Stigmaria minuta; 2 d Lepidodendron Carneggianum; 2 e vergrössert. Fig. .'!, 4 Zweige von Lepidodendron Veltheimianum. Fig. ;"> a Stigmaria tieoides Sternb.; ;> b Cyclostigma minutum, junger Zweig mit dicht stellenden Blatt- narben; ö c vergrössert Fig. li Knorria imbricata longifolia Schimp. Fig. 7 a, 8 Lepidophyllum Roemeri Hr; 8 b Blatt von Cyclostigma; e Farnspindel. Taf. X. Fig. 1 — 5 Knorria imbricata Sternb. Fig. 1 und 4 Knorria imbricata acutifolia Goepp. Fig. "J, ö mit vom stumpfen Warzen. Fig. 3 Knor- ria imbricata Schrammiana Goepp. Fig. 6, 7 Knorria acicularis Goepp. Fig. 8 Calamites radiatus, junger Spross. Taf. XI. Cyclostigma Kiltorhense Haught. Fig. 1 Abdruck eines Stammstückes, äussere Rinde abgefallen (Cycl. Griffithi Haught.). Fig. 2 grosses noch mit der runzeligen Rinde bekleidetes Stammstück. Fig. '■'< Stammstück im Sandstein; .'! b Blatt; 3 c und d Reste der Deckblatter (Lepidostrobus Bailyanus). Fig. 4 Rindenstück aus der Kohle, mit kuglichten Wärzchen; 4 b diese vergrössert. Neben dem Cy- clostigma ein Stengeliest von Calamites radiatus. Fig. "> Stammstück mit kleinen Narben aus dem hellfarbigen Thon; 5 b und c Narben vergrössert. Fig. (i ein Deckblatt des Lepidostrobus Bailyanus Schimp. von Kiltorkan. Taf. XII. Fig. 1 1 Stigmaria tieoides rugosa; Fig. 1 Wurzelzasem. Fig. 5 Stigmaria fieoides inaequalis Goepp. Fig. ti Stigmaria tieoides minuta. Fig. 7 llalonia tuberculosa Brgn.? Fig. 7 b eine Warze vergrössert. Taf. XIII. Fig. Wurzeln von Lepidodendron. Fig. 2 und 2 b gabiig getheilte Wurzeln K. v.i. Ak.nl ii.,i,.ii B. 9. S:o 50 OSWALD HEER, Fig. 3 Reste einer Sphenopteris. Fig. 4 Sphenopteris Schimperi Goepp.; a, b, e, d Blattspindeln; e Fiederchen. Fig. 6 vergröasert. Taf. XIV. Fig. 1, 2 Cardiopteris polymorpha Goepp. sp. Fig. 5 Palaeopteris Roemeriana Goepp. sp. Fig. 6 Cardiocarpura punctulatum Goepp. Fig. 7 Wurzeln von Lepidodendrum. Zusatz. Letzten Sommer haben zwei junge schwedische Naturforscher, die Herrn Wilander und Na- thorst, in der Klaas Billen Bai des Eisfiordes Spitzbergens Steinkohlenpflanzen entdeckt, welche mir zur Untersuchung- zugeschickt worden sind. Sie liegen in einem grobkörnigen Sandstein, der unter dem Bergkalk und mit demselben, an dieser Stelle, discordant gelagert ist. Die ziemlich zahlreichen Stücke gehören zu Stigmaria fieoides Sternb. und Lepidodendron Velthcimianum Stb.; zwei Arten, welche wir auch auf der Bären Insel kennen gelernt haben und die zu den allgemein verbreiteten Pflanzen des Unter-Carbon gehören. Es gehört demnach dieser Sandstein Spitzbergens auch zur Ursastuffe. Die Stigmaria wurde im prachtvollen Exemplaren gefunden, welche ganz mit denen der Steinkohlenperiode übereinstimmen. Diese Spitzberger-Pflanzen bestätigen, dass die Ursastuffe dem Unter-Carbon und nicht dem Devon einzureihen ist. Herr Carruthers dagegen rechnet die Pflanzen der Bären Insel, wie die von Kiltorkan zum Devon; ich denke dass die auf S. 6 u. f. angegebenen Thatsacheu das Irrige einer solchen Ansicht hinlänglich erwiesen haben. Herr Carruthers stellt aber weiter die Meinung auf, dass die Stigmaria fieoides, die Knorria acicularis, das Cyclostigma Kiltorkense, C. minutum und das Lepidodendron von Kiltorkan zu ein und derselben Art gehöre, welche er als Lepidodendron Griffithi Brongu. bezeichnet. Brongniart hat aber nirgends eine Lepi- dodendron dieses Namens beschrieben. Er erwähnt nur in einem Briefe an Herrn Griffith (Natural History review. London 1857) der Reste eines Lepidodendron, dem er obigen Namen geben wolle. das er aber weder abbildet noch beschreibt noch näher eharakterisirt, daher dieser Name mit Recht von Niemand aufgenommen worden ist. Es ist wahrscheinlich, dass er sich zum Theil (so weit er auf die Blätter begründet) auf den Lepidostrobus Bailyanus bezieht. Brongniart erwähnt in diesem Briefe noch weiter ein Lepidodendron minutum, das ohne Zweifel das Cyclostigma minutum Hght. ist, und einen für ihn ganz neuen eigenthümlichen Pflanzentypus, den Haughton als Cyclostigma Kil- torkense beschrieben hat. Wenn Herr Carruthers alle oben genannten Pflanzen von Kiltorkan zu einer Art vereinigen will, so müssen wir verlangen, dass er diese Ansicht begründe. Bis diess geschehen ist, kann ich eine solche Zusammenstellung nicht billigen. Von Lepidodendron habe ich von Kiltorkan und der Tallowbridge nur junge Zweige erhalten (S. IM. Da bei diesen die Blattwülste nicht so schön und seharl ausgesprochen sind, wie bei den Stämmen, ist die genaue Bestimmung sehr schwierig. Bei FOSSILE FLORA DER BÄREN INSEL. 51 dem Zweig der Tallowbridge, wie bei dem von Kiitorkan, haben wir dicht stehende Blattwülste, die sich am Rande berühren; sie sind länglich rhombisch, länger als breit, innerhalb derselben haben wir (im Abdruck) eine länglich verkehrt eiförmige Vertiefung, die am Grunde zugespitzt ist und wohl dem pulvinulum entspricht. Die Form dieser Blattwülste und ihre dichte Stellung ist so ähnlich der jenigen junger Zweige von Lepid. Veltheimianum, dass ich mich für berechtigt hielt sie zu dieser Art /.tt bringen, um so mehr da auch Schimper einen Fruchtzapfen und beblätterten Zweig von Kil torkan zu Lepidodendron Veltheimianum zieht (cf. Schimper paleontol. veget. [I, p. 64 Lepidostro- bus Collombianus). Davon trennt er mit vollem Recht den Lepidostrobus Bailyanns, welcher, nach meinem Dafürhalten, den Fruchtzapfen des Cyclostigma Kiltorkense darstellt (S. 43), daher ich die- sen nicht als besondere Art aufgeführt habe. Die Behauptung, dass das Cyclostigma Kiltorkense dickere Stammstücke, das C. minutum da- gegen dünnere Zweige derselben Art darstelle, ist nicht richtig. Ich habe von Kiltorkan dicke Stammstücke von ('. minutum, mit den dicht stehenden kleinen, runden Warzen erhalten und Zweige von ('. Kiltorkense. welche dünner sind als die von ('. minutum und wenige weit auseinander ste hende und grössere Warzen besit/.eu. Das C. minutum ist auch ausgezeichnet durch die zahlreichen Querstreifen (cf. p. 45). Die Knorria der Tallowbridge stimmt mit der Knorria acicularis Goeppert in den sehr schma- len, linienförmigen, vorn zugespitzten Warzen so wohl überein (cf. Goeppert, üebergangsgebirge, nov. act. 1852 p. 200, Tal'. XXX, 3 und diess Werk Tat'. X, 6), dass ich mich nicht für berechtigt hielt sie von dieser Art zu trennen, während allerdings Schimper sie als Knorria Bailyana unter- schieden hat. Sie weicht von den Exemplaren der Bären Insel durch die dichter stehenden und et- was mehr angedrückten Warzen ah. doch scheint mir dieser Unterschied von keinem grossen Be- lang zu sein, da wir hei der Knorria imhricata ganz dieselben Formen rinden, wie es denn über- haupt noch fraglich ist, ob die Knorria acicularis von der Kn. imhricata als Art zu trennen sei. Da ihre Warzen viel dünner und vorn mehr zugespitzt sind, scheint es mir vor der Hand zweckmässige! zu sein, sie sretrennt zu lassen. K.Vctciuk. Akad.Handl. Bd H .XV .">. Osw. Hin Kiilili-ii I loia dci' Ikiitii Im l;il. I 1 ■<;.;.; ;.. k Calantiles radiatus KAVlen.sk Akad llsimll Bd 9 N.ä. Osw. H«.-r Kolilcn Flora der Biiren In. Taf II Calamites rcudiatus K.VKmsk.\ka.l.llanfllBda>'°."). Osw Heer Kohlen Flora der Bären In. Tal! l\l. . iT u AI R u Im Ulli 8 I > M ?-.'* ! ; ' ] ■ 1 j s \ ; II K^I VVi I i I i 1 i 2 / J /"• -^, ■ Brujnei . . Calaraites radiatus K.\'rUnskAbull[an(U.B(l!l X".V Osw licet* Knlil cn Flora der Baffen In. Tal'. IV rti 2. ) V J I I ! % -i j BTusrie ... Calamites radialus K Vblensk.Alrad Hand! ßd.9 N?5 Osw. Heer Kohlen Flora der Bären In T.il' V '"■''■ Calamiles radiatus K .Velensk . Aka< Osw Heer, Kuhli-u Flora der- Einren In Tal" \1 A - ... . *e£smm;M^' } K.Velensk.Akad HnriHl Bd.9.N?5. Osw Hcet*. Ktililrn Flora d«*r Boren In Tal" VI, - ' Calanutes radialus SPf?*' K.Vetensle Akad. Handl Bd.9 N" ."> Osw.Heer Kohlen Fl. der Bären Insol Tal'Yll äss> Lab. Calamites radiatus. l.c.2.Lepidodendron Wiikiamun.3 7. I. .( arm -g panum 8.9.10. Lcommutatum 11.12 CyclosligTtia minutum 13 l4,Cardiocarpum ursinum. K Vetenak.Akad.Hand] Bei 9 i\ h. (W. II.-.t. Kohlen Flora derBiucn In Tal' VI jiStT Band??,;; 1 < I .i'piil'iiliiiiliiiti Vi'liliciniiaiinrn 2d Knorria 2 c.Lepidodendron Wüaamnn 5b Cyclostiema mirtotnm K 17 Sporaii'jrin ti Spuren K Vctensk Akad.Handl l*d.!) N 5 Osw Heer Knhlrn Flora der Bären In Taf IX i ^ (W 1 . Lepidodendron Wikianuni. U.a. 3 4 L.Veldieinuaniuii 2 1> CaLrmiten rachnüis 2c 5 Stigmaria 2dc Lemdodcndron (arjU'eTjiaiiimi. li Knorria indiricata 7 8. Lepidophylltun Roemeri K Vetendc Akad llandl l'.d !» X .'. Osw Heer Kohlen h'lora der Baren In Tal' .\ ■Ä \ \v wä • !i J I ; j ■ f^ii W V . 1 , : ). Knoma imbricata 6 7. Kn aciculans K.Wlonsk Aka.l llan.ll l\.l U.V.' 5. (W. h'i-r IMihlril I I Stiffmaria /. HaJonia tuberculosa. K Wtciisk Akad ll.unll I'.iI !l \" Osm- llcn- Kdlilrii Fluni der Baron In Tal' I 1 Lepidodendron 3 • > Sphenoptens Schimperi K . Wl.-nsk Aka.lllaii.il U.I.!).N'.'.'). Osw.Hocr kuMrn Kl . der Bären Insel. Taf \l\ L- 2 . Cardiopteris poliraorpha. 3-4. Cardiopt. frondosa. 5. Palaeopteris Roemcri. 6. Cardin r arnon nurift ulalum . KWl.-n.sk. \k.ul ll.m.ll Bd 9. N ■ .". Osw Heer Kohlen H iI.t IS. 11,11 Insel Tal A\ >lil I Profil vom wi'.sil l'lii der Kkman Bai ./ Glacier $£*§ h. Hofftet' devoniselter(Z) Schiefe* c.JJoImnit und tyirifcr Kall mit Iloi '.•'.•'.•'. d.Hyperii e s'elmeefeldcr fSr/mll, r [ <>iii v 7'4"(.l' -v !/«•„.,/ Jlffirw (}' a > i "■ r . ;», ■.,. 18° 18 10 19°™» fr/i Approxim. fieolos. Karte von der HÄKKX-IXSKL. thiirt/it (maus weissadriorn Dolomit Roiher Schiefer und Konglomerat, wahrseheinlirfi Satirisch oder Derornsch. Bmitttt Pro! der L.ivn an dei Jlüiidune des englischen Bach.es am iiiinlli, lim Gestade der Bären-Insel. Profil 3. ,/ $/vtdst?m mit Kohlen YIM?a h Produktiv und $piri£rr fuhrrndn Kalkftcin Profil 'i !•■■<, i fr, /■:■./' M fiuit }fiit-n Si In- m Ltischer Durch rtmitl der feLsisjei] s o G-esend \*i m der Bären Insel / \ (rrtuttx "■ i 'i-t.iitiit, (h.ntyt tnr.t /.>.'.. .- i- .hin föirtililtum • trat kWtfrri >,iiiih, n und Spiriit 3 5185 OOC